Auch Cannabis im Auto

Drogendealer wurde nach Unfall von Polizei geweckt

Vorarlberg
17.08.2026 18:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Müde am Steuer, high im Kopf: Ein Vorarlberger crashte mit dem Auto in einen Zaun und schlief neben seiner Drogenladung ein. Im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch gestand der 31-jährige Angeklagte am Montag mehr als bloßen Handel mit „Gras“.

Ein Bretterzaun in Feldkirch-Meiningen setzte im Oktober vergangenen Jahres dem Drogen-Trip eines 31-jährigen Vorarlbergers ein jähes Ende. Übermüdet von der Fahrt aus dem schweizerischen Neunkirch krachte der Mann mit dem Auto seines Bekannten in den Zaun – und schlief danach seelenruhig ein. Als ihn die Polizei weckte, staunten die Beamten nicht schlecht: Auf der Rückbank lagen zwei Kilo Cannabiskraut. Was anfangs wie ein einmaliger Ausrutscher aussah, entpuppte sich am Montag vor dem Schöffensenat dann als monatelang währendes Dealer-Business. Der Feldkircher gestand: Er schmuggelte laufend Suchtgift über die Grenze und verteilte es in Vorarlberg.

Bestelllisten wurden abgearbeitet
Die Bilanz liest sich wie eine Apotheke des Grauens: fünf Kilo Cannabis, Opioide, das Narkosemittel Ketamin, 3200 Ecstasy-Pillen und 1,8 Kilogramm Kokain. Selbst Hustensaft stand auf der Bestellliste – gleich 16 Flaschen davon. Staatsanwalt Marco Mazzia klärte im Gerichtssaal auf, warum: „Nicht weil der Mann einen so starken Husten hatte, sondern weil darin auch beruhigende Substanzen enthalten sind, die süchtig machen.“

Auf dieser Ladung blieb der Angeklagte allerdings sitzen – der Abnehmer winkte ab, konsumiert wurde der Saft schließlich von dem Beschuldigten selbst.

Trotz vierfacher Überschreitung der Grenzmenge zum organisierten Handel kam der bislang unbescholtene, geständige und kooperative Mann glimpflich davon: vier Jahre Haft – bei einem möglichen Strafrahmen von bis zu 15 Jahren. Die gesamte Familie des Angeklagten ist zum Prozess erschienen.

Nun eine Lehre, dann die Übernahme des Familienbetriebs
Höflich bedankte sich der Angeklagte bei Richterin Lea Gabriel und dem Staatsanwalt. Sein neuer Plan: erst eine Lehre, dann die Übernahme des Familienbetriebs – bei Job-Nachweis winkt sogar die Fußfessel statt der Zelle. Der ausgesprochene Verfallsbetrag von 86.000 Euro dürfte allerdings Theorie bleiben: Der Mann hat bereits über 30.000 Euro Schulden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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