Der Forderungskatalog des Landes Vorarlberg sieht unter anderem die Aufnahme der Kapazitätserweiterung ins Zielnetz 2040, eine Prüfung unterirdischer Varianten sowie einen raschen Ausbau der Zweigleisigkeit auf der Strecke Lustenau-Hard/Fußach vor.
Am gestrigen Freitag übergaben Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Christof Bitschi sowie Landesrat Marco Tittler Vertretern der ÖBB einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zum weiteren Bahnausbau im Unteren Rheintal.
• Aufnahme der Kapazitätserweiterung im Unteren Rheintal (Modul Rheintal) in das Zielnetz 2040 und baldige politische Beschlussfassung.
• Variantenuntersuchung einer unterirdischen Lösung zwischen Vorarlberg und Deutschland (Unterflurtrasse und Pfändertunnel), inklusive Prüfung der Rolle des Güterbahnhofs Wolfurt als Mobilitätsdrehscheibe für Güter- und Personenfernverkehr.
• Rasche Planung und Umsetzung des zweigleisigen Ausbaus Lustenau-Hard/Fußach (im Rahmenplan 2027-2032 vorgesehen).
• Gemeinsame Planungsschritte mit dem LandVorarlberg und den betroffenen Gemeinden; keine (längere) Unterbrechung des laufenden Bahnverkehrs während der Bauzeit.
• Prüfung von EU-Kofinanzierungsmöglichkeiten (TEN-T, CEF, Interreg).
• Frühzeitige Abstimmung mit Deutschland und der Schweiz sowie Einbettung in die grenzüberschreitende Entwicklung der Bodenseeregion.
• Prüfung der Notwendigkeit einer „Strategischen Prüfung Verkehr“, da keine Hochleistungsstrecke erforderlich ist.
• Sachliche Bewertung des Schweizer Vorschlags zur Führung des Railjets Zürich-Wienab 2038 über St. Gallen-St. Margrethen-Dornbirn sowie des geplanten Ausbaus Zürich-München.
„Starke Bahn und Schutz des Lebensraums“
„Wir stehen geschlossen hinter einer starken Bahn und dem Schutz unseres Lebensraums“, stellt Wallner klar. Das Untere Rheintal brauche mehr Kapazität, „aber so, dass Siedlungsraum, Seeufer und Lebensqualität gewahrt bleiben“, betont der Landeschef. Seine Forderung: „Wir erwarten, dass Bund und ÖBB die Kapazitätserweiterung im Unteren Rheintal ins Zielnetz 2040 aufnehmen, die Varianten einer unterirdischen Führung seriös prüfen und die nächsten Planungsschritte zügig setzen.“
Zentrale Aspekte des „Wunschzettels“ sind die rasche Umsetzung der Zweigleisigkeit auf dem Abschnitt zwischen Lustenau und dem Bahnhof Hard/Fußach, weiters steht nach wie vor eine unterirdische Bahntrasse in Richtung Deutschland zur Debatte – ein Thema, das in den vergangenen Jahren vor allem vom Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch angeschoben wurde.
WK-Präsident Karlheinz Kopf betont zudem die Notwendigkeit einer funktionierenden Logistik für die regionale Exportwirtschaft. Der Güterbahnhof Wolfurt soll künftig als zentrale Mobilitätsdrehscheibe fungieren. Mögliche Kofinanzierungen durch die EU werden derzeit evaluiert.
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