Endlich einmal eine gute Nachricht in diesen wirtschaftlich düsteren Zeiten: Laut der jährlichen KMU-Studie der Sparkassen ist die Stimmung bei Vorarlbergs Mittelstandsbetrieben durchaus positiv.
Praktisch jeden Tag werden am Landesgericht Feldkirch Insolvenzverfahren eröffnet, die zuletzt stark gestiegenen Lohnstückkosten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit und lassen die Margen schrumpfen, dazu kommen noch die geopolitischen Unsicherheiten, die gerade für das „Exportländle“ Vorarlberg gravierende Folgen haben. Umso erfreulicher ist das Signal, das nun von den Klein- und Mittelunternehmen kommt: Denn trotz Konjunkturflaute, Kriegen, Zöllen und gestiegenem Kostendruck blickt der Großteil der Betriebe guter Dinge in die Zukunft – das hat eine IMAS-Studie im Auftrag der Sparkassen und der Erste Bank ergeben. Das ist nicht nur erfreulich, sondern auch relevant – denn mit rund 25.600 Betrieben und 84.800 Beschäftigten bilden Klein- und Mittelunternehmen das Fundament der Vorarlberger Wirtschaft.
Vorarlbergs Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen auch in einem anspruchsvollen Umfeld große Widerstandskraft.
Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen
Leichte Entspannung beim wirtschaftlichen Umfeld
Laut der Studie sehen 66 Prozent der befragten Unternehmen den kommenden zwei bis drei Jahren optimistisch entgegen. Gleichzeitig ist eine leichte Entspannung beim wirtschaftlichen Umfeld erkennbar: Zwar sagen noch immer 55 Prozent der Betriebe, dass ihre Marktbedingungen in den vergangenen zwei bis drei Jahren schwieriger geworden sind – im Vergleich zu 2024 (68 Prozent) sind das aber ganze 13 Prozentpunkte weniger. 36 Prozent gaben an, dass sich für sie die Situation nicht verändert habe, neun Prozent nehmen sogar eine Erleichterung wahr. „Vorarlbergs Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen auch in einem anspruchsvollen Umfeld große Widerstandskraft. Besonders ermutigend ist, dass der Optimismus stabil bleibt und sechs von zehn Betrieben investieren wollen. Das zeigt, dass unsere KMU nicht nur auf aktuelle Herausforderungen reagieren, sondern ihre Zukunft aktiv gestalten“, fasst Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, die Ergebnisse zusammen.
Herausforderungen bleiben groß
Die allgemeine Zuversicht kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betriebe nach wie mit großen Herausforderungen zu kämpfen haben. So klagen dramatische 91 Prozent der KMU über das Ausmaß bürokratischer Pflichten. Jeweils 88 Prozent gaben an, dass die steigenden Energiepreise sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten die Geschäftstätigkeit belasten. Aber auch die hohen Lohnkosten sowie der Arbeitskräftemangel werden als relevante Bürden wahrgenommen. Etwa zwei Drittel der Betriebe (67 Prozent) erwarten zudem, dass sie in den nächsten zwei bis drei Jahren die Implementierung Künstlicher Intelligenz beschäftigen wird – 2024 waren es nur 28 Prozent.
Standortbedingungen schlechter als anderswo
Was bedenklich stimmen muss: Fast die Hälfte der Ländle-KMU haben den Eindruck, dass die Standortbedingungen in Österreich schlechter als in anderen EU-Ländern sind. Jäger folgert daraus einen klaren Handlungsauftrag für die Politik: „Unsere Unternehmen brauchen vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Investitionen in Innovation, Energieeffizienz oder neue Technologien werden leichter möglich, wenn Bürokratie reduziert, Förderungen transparent gestaltet und Finanzierungslösungen langfristig abgesichert sind.“
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