Nach rund eineinhalb Jahren Umbau wurde die ehemalige Industriehalle der F. M. Hämmerle-Weberei am Donnerstag offiziell eröffnet. Sie ist Teil der CampusVäre, einem Zentrum der Vorarlberger Kreativwirtschaft in Dornbirn.
Wo früher Textilien hergestellt wurden, bieten heute Büros, Werkstätten und Ausstellungsflächen Raum für Entfaltung. Auf insgesamt 12.000 Quadratmetern in sechs Hallen entsteht seit 2021 Schritt für Schritt ein neuer Standort für Kreativwirtschaft, Innovation, Kunst und Kultur – der größte seiner Art in Westösterreich. Entwickelt wird die CampusVäre gemeinsam von der Stadt Dornbirn, dem Land Vorarlberg und der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die Stadt ist Eigentümerin des Areals, Bauherrin der Halle 4 und Mitträgerin der CampusVäre.
Rund 4,5 Millionen Euro hat die Stadt in den Umbau der Halle investiert. Entstanden sind 21 flexibel mietbare Büroeinheiten, Arbeitsräume und Studios in unterschiedlichen Größen für „rund 150 Menschen und Unternehmen“, wie es von der CampusVäre heißt. Dazu kommen zwei Gastrobetriebe, Veranstaltungs- und Workshopbereiche sowie ein begrüntes Atrium. Rund 25 Firmen aus Vorarlberg waren am Umbau beteiligt, auch Planung, Bauleitung und Projektsteuerung stammten aus der Region.
„Mit der Halle 4 investieren wir ganz konkret in den Wirtschaftsstandort Dornbirn. Wir schaffen Platz für Unternehmen, neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse. Gleichzeitig entwickeln wir ein ehemaliges Industrieareal weiter, das für Dornbirn eine enorme Bedeutung hat. Rund um die Fachhochschule, das Energieinstitut, die Postgarage und die CampusVäre arbeiten heute mehr Menschen als zur Blütezeit der Textilindustrie. Als Eigentümerin und Mitträgerin wollen wir diese Entwicklung weiter vorantreiben“, erklärte Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler.
Die von Architekt Johannes Kaufmann und Partner entworfene modulare Holzstruktur wurde behutsam in die bestehende Industriehalle aus Beton eingebaut. Materialien wurden wiederverwendet, wo es möglich war: Die Fenster der benachbarten Fachhochschule sind jetzt im Atrium verbaut, die Beton-T-Träger aus dem Dach bilden die Eingangsstufen, das Mobiliar stammt aus dem hauseigenen Materialteillager und die Leuchten – ursprünglich in der Produktion bei Zumtobel im Einsatz – wurden auf LED umgerüstet. Das verbaute Holz kommt aus dem Dornbirner Stadtwald. Auf dem Dach entstand zudem eines der größten Gründächer Vorarlbergs: ein Lebensraum für Insekten mit mehr als 30 Kräuter- und Pflanzenarten, der gleichzeitig Regenwasser speichert und so die städtische Infrastruktur entlastet.
Über den Tellerrand hinaus
Mit über 70 Veranstaltungen lockt das Areal derzeit mehr als 5000 Besucher im Jahr an. „Die CampusVäre ist ein kollaborativer Konzern. Hier trifft ein Statiker auf einen Seriel Entrepreneur, eine Brand-Expertin auf die Galeristin, die Präzisionstechnikerin oder der Tech-Unternehmer auf ein Film- und Motion-Studio – genau diese Vernetzung ist das, was wir an diesem Standort wollen und anbieten. So entsteht letztlich Innovation: Durch Denken über den Tellerrand hinaus und raus aus der eigenen Bubble – darin liegt die Wirkung“, sagt Bettina Steindl, Geschäftsführerin der CampusVäre.
Aktuell läuft Festival
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat gerade jetzt beste Chancen: Noch bis 4. Oktober läuft das „FEZ 26 – Festival zur Eröffnung der Zukunft“. Führungen durch die Hallen, Ausstellungen zu Design, Wiederverwendung und Stadtentwicklung, Workshops, Gespräche, Kulinarik und ein Familienprogramm geben Einblick in den Standort und seine Entwicklung. „Ich lade alle Interessierten herzlich ein, sich das Areal anzusehen, an den Gesprächen, Workshops oder am Familientag teilzunehmen. Der Eintritt ist bei vielen Veranstaltungen frei“, erklärt Steindl dazu. Das gesamte Programm ist auf www.c-i-v.at abrufbar.
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