Von den 350 Bewohnern im städtischen Wiener „Haus zum Leben Leopoldau“ haben 20 Bewohner über einen längeren Zeitraum hinweg die falsche Medikation bekommen. Die Leitung der Häuser zum Leben zeigt sich „erschüttert“, die Verantwortlichen wurden freigestellt. Eine externe Untersuchung ist angelaufen.
Ein „Personalversagen“ hat dazu geführt, dass im städtischen Seniorenheim Haus Leopoldau „über einen längeren Zeitraum hinweg“ 20 von 350 Bewohnern nicht die Medikation erhalten haben, die für sie vorgesehen war. Die Leiterin des Hauses und die Teamleiterin des Ambulanzteams wurden laut den Häusern zum Leben bereits freigestellt. Außerdem werden „weitere dienstrechtliche Konsequenzen“ versprochen.
Mögliche Gesundheitsfolgen bei zwei Personen
In 18 von 20 Fällen können „gesundheitliche Folgen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen“ werden, so die Häuser zum Leben. In einigen Fällen wurden etwa korrekte Medikamente mittags statt abends oder statt in Tropfen- in Tablettenform verabreicht, oder etwa Entzündungshemmer nur zweimal statt dreimal täglich. Manche Bewohner bekamen aber auch bereits abgesetzte Medikamente weiterhin – oder überhaupt nicht verschriebene Medikamente.
Zu den genaueren Umständen bezüglich der zwei Bewohner, die unter Umständen ernstere Schäden davongetragen haben, können die Häuser zum Leben keine Auskunft geben, „da es sich um sensible medizinische Informationen handelt und Rückschlüsse auf die Personen möglich wären“. Der Gesundheitszustand beider Personen sei jedoch „unauffällig“.
Das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) garantiert, dass man nach einer Sonderprüfung aller Häuser versprechen könne: „Die Vorfälle beschränken sich auf ein einzelnes Team im Haus Leopoldau.“ Trotzdem zeigte sich KWP-Chef Christian Hennefeind „erschüttert von diesen Vorfällen“: „So etwas hätte niemals passieren dürfen.“ Auch Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) findet die Vorfälle „inakzeptabel“ und fordert „schnellstmögliche Aufklärung in vollem Umfang“.
Die Häuser zum Leben haben Externe mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragt. Konkret soll der Arzt Christian Sebesta und die Rechtsanwaltskanzlei Baker McKenzie die Vorfälle aufarbeiten. Geklärt werden soll dabei etwa, ob Unachtsamkeit bei der Medikamentenzuteilung oder Fehler in den geführten Listen zu den Problemen führten. Die Häuser zum Leben haben laut eigenen Angaben ihre internen Kontrollen bereits verschärft, geben aber zu: „Damit ist es nicht getan.“
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