Die steigenden Temperaturen verändern Flora und Fauna sichtbar – auch unter Wasser. Der Tolstolob oder auch Silber– oder Amurkarpfen, wurde einst in der Donau ausgesetzt, weil man hoffte, er würde für klareres Wasser sorgen. Doch im immer wärmeren Gewässer fühlen sich die Fische aus China, die enorme Ausmaße annehmen können, durchaus wohl ...
Mit offenen Mäulern ziehen die XXL-Karpfen aus China durchs Wasser der Neuen Donau und filtern, ähnlich wie ein Walhai im Meer, ihre Nahrung aus dem Wasser. „Beim Wehr 2 kann man sie (sogar mindestens zwei Albinos) regelmäßig von der Brücke aus beobachten“, berichtet das Foto-Projekt „Wiener Wildnis“ auf Facebook und Instagram.
Die XXL-Karpfen mögen es warm
Eigentlich hat sich der Tolstolob in unseren Breitengraden bisher nur moderat vermehrt, denn die Fische brauchen eher warme Wassertemperaturen, um sich wohlzufühlen. Doch angesichts der Hitzewellen und dem Klimawandel, der natürlich auch die Gewässer trifft, könnte sich das nun ändern.
„Die Gefahr steigt, dass aus dem netten Anblick der Exoten (sie können bis zu 1,5m lang und 50kg schwer und sehr alt werden!) eine ungewollt dominante Art wird“, so „Wiener Wildnis“. In den USA vermehrten sich die Karpfen dermaßen explosionsartig, dass sogar Fangprämien ausgesetzt wurden.
Videos, die zeigen, wie die Fische in Boote springen, sorgten bereits mehrfach für Schlagzeilen. Fühlt sich der an sich nicht sehr scheue Tolstolob nämlich bedroht, dann springt er hoch aus dem Wasser – und das auch gleich in der Gruppe.
Ausbreitung schwer zu verhindern
In Wien hatte man bereits überlegt, die Tiere mit Netzen abzufischen. Doch die Art hat sich inzwischen dermaßen ausgebreitet, dass es wohl sinnlos wäre. Wenn sich die Silberkarpfen nämlich fortpflanzen, dann gleich richtig: Ein einziges Tolstolob-Weibchen legt/laicht ca. fünf Millionen Eier im Jahr. Diese wieder loszuwerden, wäre ein ambitioniertes Unterfangen.
China-Fisch ist kaum zu fangen
Angler narrt der XXL-Karpfen aus China übrigens gerne, denn weil er ein Filterer ist, schnappt er bestenfalls aus Versehen nach einem Haken mit Köder. In Fischerei-Foren online finden sich diverse Tipps, um die Tiere anzulocken, etwa mit Milchpulver, Semmelbrösel oder Kokosflocken. Na dann: „Petri Heil!“
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