Wegen Jugendbanden

Weitere Bundesländer schicken Polizisten nach Wien

Wien
15.08.2026 18:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Polizei in der Bundeshauptstadt weitet ihre Schwerpunkte gegen Jugendkriminalität aus. Ab September müssen neben Einsatzkräften aus den bereits vier betroffenen Bundesländern auch Polizisten aus Salzburg und Kärnten Dienst in Wien machen.

Seit Anfang August stehen bereits insgesamt 24 Polizisten aus der Steiermark, dem Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich in der Bundeshauptstadt im Einsatz. Jetzt verstärkt die Polizei die Schwerpunkte mit weiteren sechs Einsatzkräften aus der Steiermark. Daneben schickt die Bundespolizeidirektion auch zwölf Beamtinnen und Beamte aus Salzburg sowie sechs Exekutivbedienstete aus Kärnten nach Wien.

Fokus auf Parkanlagen in Favoriten
Als Grund nennt die Bundespolizeidirektion das „geballte Auftreten von migrantischen Jugendgruppierungen“, wie es in einer der APA vorliegenden Anordnung an die Landespolizeidirektionen heißt. Der Fokus richtet sich dabei laut dem Schreiben auf Parkanlagen in Wien-Favoriten gegen die „Jugendgruppierungen mit teilweiser Bewaffnung mit Klappmessern, persönlichen Rivalitäten und Revierkämpfen sowie gesteigerter Gewalt, Raub bzw. Eigentums- und Suchtmittelkriminalität“.

„Diese Einsätze finden in den Nachtstunden in ganz Wien statt, weil im Sommer und in der schulfreien Zeit mehr Menschen zu späterer Stunde im öffentlichen Raum, Parks etc. unterwegs sind“, hieß es dazu in einer Aussendung des Innenministeriums am Freitag.

Bundesländerübergreifende temporäre Zuteilungen in ganz Österreich finden laut Innenministerium laufend statt. Wieso Polizisten aus den Bundesländern bei den Schwerpunkten helfen müssen, wurde nicht erklärt. Gewerkschafter sehen darin ein Eingeständnis für den Personalmangel bei der Polizei – bereits im Vorfeld der neuen Anordnung gab es Kritik aus betroffenen Bundesländern.

Bundespolizeidirektor Michael Takàcs betonte, man setze „Schwerpunkte dort, wo sie erforderlich sind. Das Kirchturmdenken gehört der Vergangenheit an. Flexibilität und Beweglichkeit sind heute wesentliche Grundsätze moderner Polizeiarbeit.“ 

Quartier bekommt die Verstärkungstruppe, deren Einsatz laut der Zuteilungsverfügung freiwillig zu erfolgen habe, in einem Hotel in Wien-Mariahilf. Der Auswärtseinsatz bei der Bereitschaftseinheit soll voraussichtlich drei Monate dauern.

Anzeigen steigen, Anzahl der Verurteilungen sinkt
Während die Anzeigen im Bereich Jugendkriminalität laut der heurigen Kriminalstatistik weiter steigen, weist der Bewährungshilfeverein Neustart darauf hin, dass die Anzahl der Verurteilungen in dieser Gruppe langfristig sinken.

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