Die US-Regierung hält sich im Iran-Krieg derzeit ungewöhnlich zurück. Es gebe „keinen Grund zur Eile“ bei den Verhandlungen, sagte US-Präsident Donald Trump jetzt. Die Vereinigten Staaten hätten ohnehin die „volle Kontrolle“ über die Straße von Hormuz am Persischen Golf. Zudem sei der Iran „absolut pleite“ und könne seine Streitkräfte nicht bezahlen.
Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass Trumps Beraterinnen und Berater Daten vorgelegt hätten, welche die Auswirkungen der USA-Sanktionen zeigten. Demnach wird erwogen, die Schrauben noch weiter anzuziehen, um den wirtschaftlichen Druck auf das Land zu erhöhen. Finanzminister Scott Bessent kündigte eine wirtschaftliche Isolation an, „wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“. Der Iran leide bereits jetzt unter „enormer Inflation“ und habe „kein Geld“, sagte Trump.
„Er (der Iran, Anm.) kann kein Öl mehr in nennenswertem Umfang verschiffen. Und er arbeitet unter Sanktionen und hat keinen Zugriff auf seine Mittel in Übersee“, bestätigte Michael O‘Hanlon vom Thinktank Brookings Institution. Die Führung in Teheran kümmere sich darum aber wohl nicht viel. Aktuell hat Trump seine Drohungen mit Angriffen oder seine Versprechen diplomatischer Durchbrüche eingestellt. „Wir verhandeln nur so halb mit ihnen“, sagte er kürzlich.
Vance: Niedriger Ölpreis „oberstes Ziel“
US-Vizepräsident JD Vance sagte am Donnerstag, dass ein niedriger Ölpreis das oberste Ziel im Krieg gegen den Iran sei. An zweiter Stelle stehe dann, Teheran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. Damit widersprach er Trump, der bisher immer erklärt hatte, das Atomprogramm des Landes sei der Grund für die Angriffe – selbst wenn der Krieg hohe Spritpreise für US-Bürgerinnen und US-Bürger bedeute.
Der Strategiewechsel hin zu wirtschaftlichen Sanktionen könnte darauf hindeuten, dass dem Weißen Haus die militärischen Optionen ausgehen. Laut Berichten sind die Vorräte bestimmter Langstrecken- und Abwehrraketen zum Großteil aufgebraucht.
Man habe den US-Sanktionen seit Jahrzehnten widerstanden, kommentierte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei. Er sprach von einem „Rückzug“ der USA. „Die Iraner haben bewiesen, dass sie professionelle Schachspieler sind“, meinte er zudem an Trump gerichtet, der den Konflikt kürzlich mit einem Schachspiel verglichen hatte. Teheran widersprach auch in Bezug auf die Straße von Hormuz. Man habe die Kontrolle.
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