Notfälle nahmen zu

Deutlich mehr Einsätze für Kärntens Bergretter

Kärnten
14.08.2026 16:00

Für Kärntens Bergretter wurde das vergangene Halbjahr zur Herausforderung: Immer häufiger mussten die ehrenamtlichen Helfer ausrücken, um Menschen aus alpinen Notlagen zu retten. Die Einsatzzahlen sind heuer deutlich gestiegen.

Das schöne Wetter lockt schon seit Monaten viele Sportler und Naturliebhaber in Kärntens Berge, um die Landschaft zu genießen. Dabei kommt es auch immer wieder zu Unfällen, die die Bergrettung Kärnten fordern - dieses Jahr mit einem deutlichen Anstieg. Von Jänner bis Juli rückten die ehrenamtlichen Helfer zu 187 Einsätzen aus – um 35,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Rund 300 zusätzliche Pisteneinsätze sind in dieser Zahl noch gar nicht enthalten.

180 Prozent mehr Einsätze im Mai 
„Die Zahlen zeigen, dass unsere Einsatzkräfte in diesem Jahr besonders stark gefordert sind. Vor allem die Einsätze während der Wochentage fordern unsere Kräfte, da viele die Arbeitsstelle verlassen müssen, um in den Einsatz zu gehen. Danke an dieser Stelle an die Dienstgeber, welche unseren Teams das auch ermöglichen – das ist nicht selbstverständlich“, betont Landesleiter Hannes Gütler.

Im Mai verzeichnete die Bergrettung besonders viele Einsätze: 28 Mal mussten Vereinsmitglieder ausrücken, um Menschen in Not zu helfen. Im Vorjahr hingegen gab es im Mai zehn Einsätze – ein Anstieg um 180 Prozent.

Bei 21,3 Prozent der Einsätze erfolgte der Abtransport mit dem Hubschrauber.
Bei 21,3 Prozent der Einsätze erfolgte der Abtransport mit dem Hubschrauber.(Bild: Daniel Gollner)

Vor allem klassische Berg- und Freizeitunfälle nahmen deutlich zu. 124 Einsätze entfielen von Jänner bis Juli auf Bergsport, Wandern, Spaziergänge, Mountainbiken oder ähnliche Aktivitäten. Das sind um 71,8 Prozent mehr als im Jahr 2025. „Gute und vorausschauende Tourenplanung, realistische Selbsteinschätzung und passende Ausrüstung sind entscheidend, um Notfälle im alpinen Gelände zu vermeiden“, betont die Bergrettung Kärnten.

Bergrettung empfiehlt Versicherung
Solche Rettungseinsätze können auch schnell hohe Beträge erreichen: „Wir sind in Kärnten mit Notarzthubschraubern gut und flächendeckend versorgt und nutzen diese Einsatzmittel im Sinne der Patienten, um einen raschen und schmerzfreien Transport ins Krankenhaus zu ermöglichen. Um einen bösen Nachgeschmack bei Einsatzrechnungen der Hubschraubersysteme und der Bergrettung zu vermeiden, empfehlen wir dringend die Vorsorge in Form einer Bergekostenversicherung“, rät der Geschäftsstellenleiter der Bergrettung Kärnten, Bernhard Pichler-Koban. 

Einsätze von Jänner bis Juli:

• Einsätze gesamt ohne Pisteneinsätze: 187 (+35,5 Prozent)
• Pisteneinsätze im Rahmen der Pistendienste: rund 300
• Bergsport und sonstige Rettungseinsätze: 124 (+71,8 Prozent)
• Sucheinsätze: 19
• Flugsportunfälle: 14
• Arbeitsunfälle: 10
• Waldbrände: 4
• Verkehrsunfälle: 4
• Tierbergungen: 2

Doch nicht nur verunglückte Wanderer oder Bergsportler beschäftigten die Einsatzkräfte. Vier teils massive Waldbrände führten die Bergrettung in der ersten Jahreshälfte ebenfalls zum Einsatz. Für diesen unermüdlichen Einsatz wurde die Bergrettung Kärnten vergangenes Jahr mit einem „Krone“-Herzensmensch-Award ausgezeichnet.

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