Trotz schwieriger Wirtschaftslage bleibt das Holzwerkstoffunternehmen seinem Standort im burgenländischen Neudörfl treu. Es investiert laufend und setzt auf moderne Produktion und Nachhaltigkeit. Doch das allein genügt nicht.
Die anhaltend schwache Konjunktur in der Bau- und Möbelindustrie, die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie der internationale Wettbewerbsdruck stellen die Wirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Doch auch wenn die Absatzmärkte anspruchsvoll bleiben, herrscht beim Holzwerkstoffhersteller „Fundermax“ in Neudörfl vorsichtiger Optimismus. „Von einer Trendwende können wir zwar noch nicht sprechen, aber die Auftragslage ist insgesamt solide“, sagt Geschäftsführer Gernot Schöbitz.
Ein Betrieb, der mit der Zeit geht
Neudörfl werde weiterhin der zentrale Standort für die Produktion von Rohspanplatten bleiben. Ein Teil davon gehe direkt als Rohspanplatte an Kunden, der überwiegende Teil werde am Kärntner Standort in St. Veit an der Glan veredelt und dekorativ beschichtet. „Wir haben vor zwei Jahren in eine neue Zuschnittsäge investiert und mit ihr eine über 40 Jahre alte Anlage ersetzt. Damit bringen wir die Anlage auf den aktuellen Stand der Technik und stellen einen zukunftsfähigen Produktionsbetrieb sicher. Auch in die Optimierung von Produktionsabläufen wird laufend investiert.“ Die Nutzung der Künstlichen Intelligenz sei bereits in administrativen Bereichen in den Arbeitsalltag integriert.
Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung
Und welche Nachhaltigkeitsprojekte stehen auf der Agenda? Immerhin gilt „Fundermax“ als Vorreiter bei der Nutzung von Biomasse. „Wir setzen auf Wärmerückgewinnung und können so mehr als 10.000 Haushalte in Neudörfl, Bad Sauerbrunn, Wiener Neustadt und St. Veit an der Glan mit Fernwärme aus der Abwärme unserer Werke beliefern.“
Statt Recyclingholz verarbeitet das Werk übrigens nun Faserholz aus der Walddurchforstung – etwa Holz mit Borkenkäferbefall und Sägeneben-produkte. „Geeignetes Recyclingholz ist in Österreich nur begrenzt verfügbar. Größere Mengen fallen vor allem in dicht besiedelten Ballungsräumen an. Für Neudörfl hätte das zunehmend längere Transportwege und höhere Kosten bedeutet. Hinzu kommt stark schwankende Qualität.“ Deshalb habe man die Rohstoffbasis der Spanplattenproduktion umgestellt: „Diese neuen Holzströme sind regional besser verfügbar und gleichmäßiger zusammengesetzt. Das macht die Versorgung und Verarbeitung besser planbar.“
Die Umstellung sei jedoch keine Abkehr von der Kreislaufwirtschaft. Im Gegenteil. Holz, das Sägewerke nicht für Bauholz, Möbelteile und andere Produkte nutzen können, werde direkt verwertet. Aus diesen Rohstoffen entstünden langlebige Spanplatten.
Appell an die Politik
Für langfristige Investitions- und Produktionsentscheidungen brauche die Industrie jedoch eine Planungssicherheit. Der Standort Neudörfl sei mit 150 Mitarbeitern, darunter sieben Lehrlingen, für die Region nicht nur „ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb“. Er sei über die Fernwärme auch „Teil der regionalen Energieversorgung“, betont Schöbitz.
„Von der Politik und den Behörden wünschen wir uns daher vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und gut koordinierte Verfahren. Industrieunternehmen planen über lange Zeiträume. Dafür brauchen sie Klarheit bei Genehmigungen, Energie, Infrastruktur und regulatorischen Anforderungen. Nur so kann Fundermax in Neudörfl auf lange Sicht wettbewerbsfähig bleiben.“
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