Der Verkauf des alten Gemeindehauses in Neuhaus am Klausenbach sollte den Umbau des neuen Amtssitzes finanzieren. Doch der Investor konnte die geforderte Bankgarantie nicht vorlegen. Findet man in der 900-Einwohner-Gemeinde nicht rasch einen neuen Käufer, könnte es finanziell ungemütlich werden.
Das neue Gemeindeamt ist fast fertig, doch plötzlich fehlt das Geld aus dem Verkauf des alten. Wovor die SPÖ seit Monaten warnt, ist jetzt Gewissheit in der südlichsten Gemeinde des Landes: Der Verkauf des bisherigen Amtshauses um 650.000 Euro ist geplatzt.
In der Vorwoche lief die Frist für den Investor ab. Bis dahin hätte er die erforderliche Bankgarantie vorlegen müssen. Bürgermeisterin Monika Pock (ÖVP) zog daraufhin die Reißleine. „Vielleicht habe ich zu lange gewartet“, räumt sie ein. „Von der Bank habe es bis zuletzt positive Signale gegeben.“
Für Vizebürgermeister Rudolf Rogatsch (SPÖ) kommt der Schlussstrich viel zu spät. Seit dem Verkaufsbeschluss im Dezember des Vorjahres habe sich die Bürgermeisterin vom Investor hinhalten lassen. „Wir haben genau davor gewarnt. Jetzt haben wir andere Spielregeln“, sagt Rogatsch und bezeichnet Pocks Vorgehen als „grob fahrlässig“.
Finanziell wird es jetzt eng für die Gemeinde
Jetzt drängt die Zeit. Bereits kommende Woche soll die Gemeinde in die umgebaute ehemalige Raiffeisenbank übersiedeln. Rund 530.000 Euro wurden für den Umbau über ein Baukonto finanziert, das bis Jahresende fällig ist. Bezahlt werden sollte es mit dem Verkaufserlös. „Dass es so kommt, damit hätte ich nicht gerechnet“, so Pock. Jetzt ist man auf der Suche nach einem neuen Käufer, auch bei der OSG will die Ortschefin wieder anklopfen. Findet sich bis Jahresende niemand, müsse man ein Darlehen aufnehmen. „Das ist aber nicht unser Ziel“, betont Pock.
Vielleicht habe ich zu lange gewartet. Die Bank war immer sehr positiv. Dass es so kommt, hätte ich nicht erwartet. Jetzt muss ein neuer Käufer her.

Bürgermeisterin Monika Pock (ÖVP)
Bild: Privat
Für die SPÖ zählt jetzt „Schadensbegrenzung“. Laut Vizebürgermeister wurden für den Umbau bereits rund 30.000 Euro mehr ausgegeben als budgetiert, Schlussrechnungen würden noch fehlen. „Jetzt sitzen wir auf den Kosten und keiner weiß, was wir für die Immobilie tatsächlich bekommen“

Den Vorwurf, mit Gemeindegeld, fahrlässig umzugehen, weißt Pock allerdings zurück. Es habe einen Vorvertrag und lange positive Signale der Bank gegeben. Dass der Umbau bereits vor Abschluss des Verkaufs begonnen wurde, sei ein bewusst eingegangenes Risiko gewesen.
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