Ein Türke saß in Jennersdorf und aß einen Döner. Er beobachtete, wie ein Auto einparkte. Mehr nicht. Dann wurde der Mann von einem Südburgenländer niedergestreckt. Sein Kopf knallte gegen den Randstein. Es war Glück, dass er „nur“ schwere Verletzungen davontrug. Welche Rolle spielte die Frau?
Dem Ehepaar, er 32, sie 34, beide ohne Beschäftigung, waren am 4. Juni 2026 die Zigaretten ausgegangen. Die beiden fuhren gegen 17 Uhr nach Jennersdorf zum Automaten. Die Frau lenkte das Fahrzeug, der Mann saß daneben. Sie stieg aus. Er schaute in den Seitenspiegel. Und wurde eines Türken ansichtig, der sechs Meter weiter vor einer Döner-Bude saß, aß und einfach nur schaute.
„Ich habe mich nur gewehrt“
Beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt sagt der Südburgenländer, dass er die Autotür geöffnet und dem Fremden über die Schulter zugerufen habe: „Lass das respektlose Gaffen!“ Der versteht kaum Deutsch und wusste nicht, was er falsch gemacht haben sollte. Der Ehemann stieg aus und ging schimpfend auf den Ahnungslosen zu. Der stand auf. Im Gerichtssaal meint er: „Ich habe die Hände gehoben, beschwichtigend, und ihm gesagt, er soll sich beruhigen. Was soll das?“ – „Nein“ repliziert der Angeklagte. „Er hat mich bedroht und ich habe mich gewehrt.“ Mit einem Fausthieb mitten ins Gesicht. Der Türke fiel um und krachte mit dem Hinterkopf gegen den Randstein. Mit Pech wäre gestern in Eisenstadt wegen Totschlags und nicht wegen schwerer Körperverletzung verhandelt worden. Das Ehepaar fuhr weg.
Die Folge: Zahlreiche Brüche im Gesicht, Rissquetschwunden, ein Monat Krankenstand. Das Opfer fordert 7100 Euro Schmerzensgeld. „So viel habe ich nicht“, sagt der Täter, dem es immerhin leidtut, aus dem Auto gestiegen zu sein. „Das war ein Fehler.“
Posttraumatische Belastungsstörung
Angeklagt ist auch die Frau. Wegen unterlassener Hilfeleistung und Falschaussage. Bei der Polizei hatte sie angegeben, nichts vom Vorfall bemerkt zu haben. Während sie der Türke auf der Straße stehend wahrnahm, will sie längst im Auto gesessen sein. „Ich leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung“, sagt die Burgenländerin. „Bei Streit und Auseinandersetzung muss ich flüchten. Da ist mein Kopf auf Überlastung.“
Weil ein Zeuge, der den Vorfall aus nächster Nähe beobachtet hat, unentschuldigt nicht erschienen ist, muss vertagt werden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.