Was tun mit Wasser

„Glaubenskrieg“ tobt um die fiese Tigermücke

Steiermark
12.08.2026 07:00

In Graz gehen die Wogen hoch: zwischen jenen, die mit frischem Wasser Wildtiere vor dem Verdursten retten und jenen, die glauben, das fördere die Vermehrung der Plagegeister – womit letztere falschliegen.

Man braucht sich nur ein wenig in sozialen Netzwerken umzusehen: Auf empathische Appelle, doch bitte für verdurstende Wildtiere frisches Wasser aufzustellen, folgen oft bitterböse Kommentare. Tenor: Solche Tränken würden zu Zuchtstätten für Tigermücken und Co.

Vogeltränken mit täglich frischem Wasser sind überhaupt kein Problem in Sachen Tigermücke!
Vogeltränken mit täglich frischem Wasser sind überhaupt kein Problem in Sachen Tigermücke!(Bild: Picasa)

Und da tun sich, wie man an einigen der Kommentare sieht, auch schlimme Abgründe auf: Offenbar gibt es Leute, die heimtückisch Trinkwasser für Vögel, Igel und andere Tiere mit Spülmittel versetzen, dieses ausschütten oder die Gefäße entwenden.

Zeit also für einen Faktencheck: „Frisches Wasser trägt nicht zur Vermehrung von Stechmücken bei“, korrigiert mit Johannes Gepp der höchste steirische Naturschützer deutlich. „Die Eier brauchen ja mindestens sieben Tage, um sich zu entwickeln!“

Erwin Wieser
Erwin Wieser(Bild: Christian Jauschowetz)

Das bestätigt auch Erwin Wieser, Leiter des strategischen Infektionsschutzes in Graz. „Wasser, das im Optimalfall täglich gewechselt wird, ist überhaupt keine Gefahr.“ Diese lauere ganz woanders: In Blumenvasen (vor allem auch auf Friedhöfen), in Pflanzenuntersetzern, stehenden Kleinstwasserstellen und Regentonnen. Wieser: „Da gilt es auszuschütten, frisch zu halten, zu trocknen. Ich befürworte in Zeiten wie diesen, Wasser zu sammeln – Regentonnen gehören aber mit engmaschigen Netzen abgesichert.“

Plagegeist
Daten & Fakten
  • Gerade die Tigermücke verbreitet sich in der Steiermark rasant.
  • Ihre Stiche sind gefürchtet, da sie auch tagsüber erfolgen und schmerzen.
  • In der Stadt Graz sind vier Mitarbeiter unterwegs, um in betroffenen Gebieten Bewohner aufzuklären.
  • Bislang ärgster Fund: sieben Regentonnen und eine gefüllte Badewanne – mit Zigtausenden an Larven.

Gerade die Tigermücke sei ein echtes Problem – das man nur auf eine Art (vielleicht) in den Griff bekäme: „Wenn alle fest zusammenhalten und die empfohlenen Maßnahmen permanent einhalten.“

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