Er hat ganz Wien für mehrere Stunden nach einem Geiselalarm in Atem gehalten – jetzt klickten für das Phantom die Handschellen: Schwerbewaffnete Sondereinsatzeinheiten stürmten in dieser Nacht das Versteck des Dorotheum-Räubers! Das Landeskriminalamt klärte den spektakulären Coup im Blitztempo nach etwas mehr als 80 Stunden. Der Verdächtige ist ein „alter Bekannter“…
Großeinsatzlage! Es war ein Blaulichtgewitter, wie es die Stadt nur selten erlebt. Dutzende Polizisten sperrten vergangenen Donnerstag die Währinger Straße großräumig ab, während Elite-Einheiten von WEGA und Cobra vor dem dortigen Juwelier in Stellung gingen.
Durch Notausgang geflüchtet, „Schatz“ zurückgelassen
Kurz nach 15 Uhr wurde der Alarm in der Dorotheum-Filiale ausgelöst. Ein maskierter und mit einer Schusswaffe bewaffneter Mann war in das Schmuckgeschäft gestürmt. Anfänglich gingen die Sicherheitsbehörden von einer Geisellage aus, deshalb wurde auch die auf solche Fälle spezialisierte Verhandlungsgruppe angefordert.
Schließlich stellte sich glücklicherweise heraus, dass – aus Sicht des Täters – alles bei dem Überfall schiefgegangen ist, was schiefgehen kann. Denn die vier Angestellten hatten es noch geschafft, ins Freie zu flüchten. Doch als die Sonderkommandos mit Sturmgewehren das Geschäft stürmten, war auch das Phantom schon weg. Der Pistolero dürfte, als er die ersten Beamten anrücken sah, über den Hinterausgang geflüchtet sein. Dabei ließ er freilich den aus den Vitrinen geraubten „Schatz“ zurück.
Spektakulärer Coup in Blitztempo geklärt
Über sein knappes Entkommen konnte sich der Räuber freilich nur etwas mehr als 80 Stunden freuen. Denn unter anderem zurückgelassene DNA-Spuren führte dank der akribischen Arbeit der Tatortspezialisten und der Ermittler des Wiener Landeskriminalamtes rasch auf die Spur des Phantoms.
„Alter Bekannter“ der Polizei
Bei dem Mann handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 36-Jährigen österreichischen Staatsbürger. Im Polizeicomputer dürfte er bereits in der Verbrecherkartei gespeichert gewesen sein. Denn er ist ein „alter Bekannter“, der auch schon in Haft gesessen ist. Drei Tage nach dem spektakulären Coup bzw. etwas mehr als 80 Stunden später wurde der mutmaßliche Kriminelle aufgespürt.
„Spielschulden und Drogensucht“
In der Nacht hieß es dann Zugriff! Sondereinheiten stürmten das Versteck des Phantoms in Wien. Gegen 20 Uhr wurde er schließlich in seiner Wohnung in Währing festgenommen. Als Motiv für die Tat gab der Mann Spielschulden und Drogenabhängigkeit an. Derzeit befindet sich der Räuber im Dauerverhör.
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