„Wir haben heuer schon mehr Waldbrand-Fahrzeuge ausgeliefert, als in den Vorjahren“, sagt Robert Ottel, CEO des Feuerwehrausstatters Rosenbauer aus Leonding (OÖ). Der Konzern steigerte im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn.
In Österreich gab es heuer bereits 331 Waldbrände. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es „nur“ 196, wie die Datenbank der Wiener Universität für Bodenkultur zeigt. Das hat Folgen bis in die Werke des Leondinger Feuerwehrausstatters Rosenbauer. „Wir entwickeln uns weiter, um diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden“, sagt CEO Robert Ottel. Denn Löschfahrzeuge für Waldbrände müssen anders gebaut werden – sie sind geländegängiger, kleiner und wendiger. „Bei Waldbränden gibt es keinen Hydranten vor Ort, da geht es um Wassertransport“, nennt Ottel ein weiteres Beispiel.
Und damit „befeuert“ die Klimakrise auch das Geschäft des Leondinger Konzerns: „Wir haben heuer schon mehr Waldbrandfahrzeuge ausgeliefert, als in den Vorjahren“, sagt der CEO. Allerdings würden die aktuellen Waldbrände quer durch Europa nicht unmittelbar zu einem Auftrag führen, aber „ich rechne damit, dass im Nachgang eine Diskussion“ beginne, so Ottel.
Mehr Umsatz, mehr Gewinn
Fast acht von zehn Euro verdient Rosenbauer mit seinen Feuerwehrfahrzeugen. Der Umsatz des Konzerns stieg im ersten Halbjahr 2026 insgesamt um 3,5 Prozent auf 625,9 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren vor allem die höhere Anzahl an Fahrzeugauslieferungen sowie mehr Geschäft im vorbeugenden Brandschutz. Und das Periodenergebnis drehte nach einem Verlust von 18,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ins Plus und stieg auf 3,3 Millionen Euro. In dieser Tonart soll es weitergehen: Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Rosenbauer rund zehn Prozent Umsatzwachstum. „Wir haben Auftragseingänge, die über dem Umsatz liegen. Das heißt, das Wachstum in nächster Zeit ist damit abgesichert“, sagt Ottel. Laut Halbjahresbericht liegt der Auftragsbestand per 30. Juni bei 2,43 Milliarden Euro.
Lieferprobleme und Softwareumstellung
Neben den zunehmenden Waldbränden spricht der Vorstandsvorsitzende noch eine weitere Entwicklung an: In Kriegen wie in der Ukraine oder im Iran, so Ottel, werden mittlerweile eine „Vielzahl von relativ günstigen Drohnen“ eingesetzt. Diese würden vermehrt „weiche Ziele“ wie Logistikzentren oder Industrieanlagen attackieren – und dort wiederum für zusätzlichen Löschbedarf sorgen. Im Nahen und Mittleren Osten seien mit Ausbruch des Kriegs entsprechende Produkte vor Ort „schnell abgerufen und gekauft“ worden.
Die Leondinger sind aber auch mit Herausforderungen konfrontiert: Die Sperre der Straße von Hormus hat wegen Lieferproblemen das Betriebsergebnis um rund acht Millionen Euro gedrückt, dazu kamen Einbußen durch die unternehmensinterne SAP-Softwareumstellung.
Insgesamt hat Rosenbauer im ersten Halbjahr 371 Mitarbeiter aufgebaut, 140 dieser Arbeitsplätze entfielen auf Österreich. Damit beschäftigt der Konzern nun etwas mehr als 5000 Dienstnehmer. Weiteres Wachstumspotenzial sieht CEO Ottel vor allem in Regionen, in denen Feuerwehrausstattung im großen Stil aufgerüstet wird, etwa in Indien.
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