Die Zeiten ändern sich und damit auch die Kunst. Claudia Larcher widmet sich im Francisco Carolinum in Linz dem Thema Verlust: Sie verlagert das klassische Stillleben ins Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und macht das Artensterben zum Thema. Dabei öffnet sie auch ihr privates Familienarchiv.
Die in Wien lebende Medienkünstlerin und Filmemacherin Claudia Larcher stellt sich in Oberösterreich mit der Ausstellung „No applause. no life. no pain.“ vor. Im Francisco Carolinum präsentiert sie eine Kino-Installation, einen Schubladenkasten mit Vogeleiern und Blumenbilder. Doch nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Denn Larcher beschäftigt sich mit den Auswirkungen digitaler Technologien auf unsere Wahrnehmung. Und die verändern alles. Das Kino „The End“ sieht zwar wie ein alter Kinosaal aus, doch es knattert und rattert, Vorhänge öffnen und schließen sich, VR-Brillen sorgen für digitale Halluzinationen. Alles wirkt gleichzeitig wie von gestern und von übermorgen.
Perfekte Stillleben aus dem Rechner
Die Serie „Still Life 3000“ greift die Tradition des klassischen Stilllebens auf und verlagert sie in das Zeitalter künstlicher Intelligenz. Ausgangspunkt sind Blumenbilder in der Tradition der niederländischen Malerei. Doch diese werden heute nicht mehr gemalt, sondern berechnet.
Die Installationen „Extinction Story“ und „Wunderkammer“ kreisen um Vogeleier, die der Großvater der Künstlerin gesammelt hat. Ein Film erweitert den Blick von den Eiern zu den Vögeln, vom Sammeln und Ordnen hin zum immer spürbareren Verlust einzelner Arten.
Fazit: Larcher verbindet in ihren vielfach international gezeigten Arbeiten Film, Fotografie, Installation und Künstliche Intelligenz zu kritischen wie poetischen Bildwelten. Die Ausstellung ist noch bis 7. Februar zu sehen
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