Eine Spectra-Umfrage liefert den Grünen politische Munition gegen Schwarz-Blau: Selbst eine Mehrheit der FPÖ-Wähler will einen schnelleren Ausbau der Windkraft. Grünen-Chef Stefan Kaineder attackiert den Freiheitlichen Manfred Haimbuchner scharf – der kontert in der „Krone“.
Mit den Zahlen aus einer Umfrage gehen die Grünen jetzt frontal auf die schwarz-blaue Landesregierung los: „Ich finde es fast ein bisschen peinlich, dass eine Partei, die von sich selbst sagt, sie sei patriotisch, lieber das Russengas importiert als Heimatstrom im Mühlviertel produziert.“
Landesrat und Grünen-Chef Stefan Kaineder spricht damit LH-Vize und FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner an und wirft ihm eine Blockade bei der Errichtung von Windkraftanlagen vor.
Der Freiheitliche kontert im Gespräch mit der „Krone“: „Die FPÖ bekennt sich in Energiefragen seit jeher zur Vernunft und nicht zu irgendeinem Dogma. Wir waren immer für Technologiediversität. Strom aus Sonne und Wind ist eine sinnvolle Ergänzung, löst aber nicht die Probleme der Industrie- und Standortpolitik.“
Windkraft dort, wo es rechtlich möglich ist und wo auch genug Wind vorhanden ist. Windparks, die nur von Subventionen leben, wird es mit mir nicht geben.

LH-Vize und FPÖ-Obmann Manfred Haimbuchner
Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger
Haimbuchner weiter: „Ohne Gas keine wettbewerbsfähige Industrie. Windkraft dort, wo es rechtlich möglich ist und wo auch genug Wind vorhanden ist. Windparks, die nur von Subventionen leben, wird es mit mir nicht geben.“
Hintergrund des Schlagabtauschs ist eine Umfrage des Instituts Spectra, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde. Befragt wurden im August 1000 Oberösterreicher ab 16 Jahren. 81 Prozent sehen Windkraft als wichtigen Bestandteil des Energiemixes. Selbst unter ÖVP-Wählern sind es 89 Prozent, bei FPÖ-Wählern immerhin 64 Prozent.
Noch interessanter ist für die Grünen die Frage nach dem weiteren Ausbau: 78 Prozent sprechen sich dafür aus, dass dieser deutlich beschleunigt wird. Das sagen auch 84 Prozent der ÖVP- und 59 Prozent der FPÖ-Wähler.
Wir bekennen uns zum Ausbau – überall dort, wo es sinnvoll und genehmigungsfähig ist.

Energie-Landesrat Markus Achleitner, ÖVP
Bild: Markus Wenzel
Auch regional zeigt sich laut Umfrage eine breite Zustimmung. Für einen schnelleren Ausbau sprechen sich 85 Prozent der Befragten in Linz und Umgebung aus, im Mühl- und Traunviertel jeweils 77 Prozent, im Hausruckviertel 75 Prozent und im Innviertel 72 Prozent. Kaineder und Grünen-Klubchef Severin Mayr sehen darin einen Auftrag für ÖVP und FPÖ, geplante Ausschlusszonen zu streichen und Beschleunigungsgebiete umzusetzen. Ihr erklärtes Ziel: Bis 2035 sollen in Oberösterreich 200 neue Windräder entstehen.
Energielandesrat Markus Achleitner (ÖVP) weist den Blockade-Vorwurf zurück: „Wir bekennen uns zum Ausbau – überall dort, wo es sinnvoll und genehmigungsfähig ist.“ Derzeit befinden sich nach Angaben seines Büros 64 weitere Windkraftanlagen in unterschiedlichen Etappen der Genehmigungsverfahren.
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