Der Herbst soll schön werden – damit bleiben auch die Zecken aktiv. Dabei gibt es heuer schon mehr FSME-Erkrankungen als in den Saisonen zuvor. Am stärksten betroffen ist Oberösterreich. Kinder und Teenager sind am schlechtesten vor Zecken geschützt.
Oberösterreich ist heuer wieder der Hotspot der Zecken. Fast die Hälfte der 155 an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankten Patienten, die heuer in Österreich im Spital landeten, infizierten sich hier. Konkret waren es 65 Infizierte. In Niederösterreich und in der Steiermark, die sonst ähnlich hohe Fallzahlen haben, sind neun bzw. 13 hospitalisierte FSME-Infektionen bekannt.
Schon mehr Fälle als in den gesamten Jahren zuvor
Damit wurden heuer – und die Zecken sind noch aktiv – in Oberösterreich bereits mehr Infektionen gemeldet als im gesamten Jahr davor. So wurden im Vorjahr ob der Enns 53 Fälle bekannt, 2024 waren es 49 gewesen.
Die Zahlen schwanken, aber das milde Frühjahr und der Hitzesommer boten den Zecken heuer perfekte Lebensbedingungen. Und es bleibt warm – eine fatale Kombination mit der seit Corona bestehenden Impfmüdigkeit.
Kinder am meisten gefährdet
Diese trifft vor allem die Kinder, die von der Einstellung der Eltern zur Immunisierung abhängen. „Von den Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren ist ein Viertel überhaupt nicht geimpft und etwa die Hälfte nicht im richtigen Impfschema. Bei den Personen über 60 sind 30 Prozent im korrekten Schema, 23 Prozent überhaupt nicht“, weiß Rainer Gattringer, Leiter der Infektiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen.
Corona und Influenza
Die Zeckenimpfung kann jederzeit nachgeholt werden, bei der Corona-Impfung starten jetzt die Auffrischungen. Im Vorjahr wurden in Oberösterreich 49.000 Dosen verabreicht, im Jahr 2024 waren es noch knapp 90.000. Besser angenommen wird dagegen die Grippe-Impfung, zu der im Oktober oder November geraten wird. Hier ließen sich im Jahr 2024 „nur“ 109.600 Oberösterreicher immunisieren, heuer waren im Frühjahr etwa 160.000 immunisiert. Damit liegt die Durchimpfungsrate bei knapp über zehn Prozent. Am häufigsten holen sich Oberösterreicher über 60 Jahre die Grippeimpfung, die seit zwei Jahren gratis ist.
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