Österreicher betroffen

Abfallhandel in Südtirol: Haftbefehle aufgehoben

Österreich
07.08.2026 11:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Mai ist der Fall eines grenzüberschreitenden und illegalen Abfallhandels aus Südtirol bekannt geworden. Nun wurden die europäischen Haftbefehle gegen drei betroffene österreichische Unternehmer aufgehoben. Die ausgestellten Haftbefehle gegen zwei Tiroler und einen Vorarlberger waren nie vollstreckt worden.

In Tirol waren Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Insgesamt hatten die italienischen Ermittlerinnen und Ermittler 19 Personen und drei Unternehmen ins Visier genommen. Zwölf Haftbefehle wurden ausgestellt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen standen Ascherückstände aus Biomasseanlagen, die laut Anklage als Holzkohle oder sogenanntes Biochar deklariert und zur Herstellung von Grillbriketts oder Düngemitteln verwendet worden waren. Dabei sollen giftige Materialien zum Einsatz gekommen sein. Chemische Analysen hätten erhöhte Konzentrationen polyzyklischer Kohlenwasserstoffe sowie Dioxine ergeben, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Trient warf Führungskräften und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern der Umweltagentur der Provinz Bozen vor, das mutmaßlich illegale System unterstützt zu haben. Sie sollen Kontrollen verzögert, günstige Auslegungen von Vorschriften erstellt und Verwaltungswege aufgezeigt haben, um Umweltauflagen zu umgehen. Ohne diese institutionelle Unterstützung hätte das System nationalen und europäischen Kontrollen nicht standhalten können, hieß es in den Unterlagen der Ermittlerinnen und Ermittler.

Kontakte zu Politikern
Es soll auch Kontakte zu Politikerinnen und Politikern gegeben haben, um ministerielle Bewertungen zu beeinflussen und günstige rechtliche Einschätzungen für die betroffenen Anlagen zu bekommen. Zwei italienischen Unternehmen wird vorgeworfen, auf diese Weise Entsorgungskosten eingespart und durch den Verkauf der Rückstände als hochwertiges Produkt illegale Gewinne in der Höhe von mehreren Hunderttausend Euro erzielt zu haben.

Durchsuchungen und Beschlagnahmungen wurden in Südtirol, Venetien, der Lombardei sowie in Österreich, Italien und Kroatien durchgeführt. Aschen wurden unter anderem nach Kroatien und Serbien zur Brikettproduktion sowie nach Deutschland und Österreich für den Einsatz in Landwirtschaft, Futtermitteln und Beton geliefert.

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