12 Verdächtige in Haft
Giftige Grillbriketts aus Südtirol in ganz Europa
Unter Regie der Anti-Mafia-Direktion der Staatsanwaltschaft Trient strömten 100 italienische Carabinieri aus und nahmen zwölf Verdächtige fest. Auch für drei Österreicher klickten die Handschellen. Eine Bande soll von Südtirol aus mit Giftasche Profit gemacht haben.
Die Operation lief unter dem klingenden Namen „Carbone delle Alpi“ („Kohle der Alpen“) und ging generalstabsmäßig über die Bühne. Mehr als 100 Beamte schwirrten dabei zeitgleich aus. Im Visier der Untersuchung von der Anti-Mafia-Direktion der Staatsanwaltschaft Trient: illegaler Abfallhandel im großen Stil, der direkt von Südtirol ausging und sich über ganz Europa verzweigte.
Abfall-Rückstände aus Heizwerken verwendet
Dabei wurden umweltschädliche Abfall-Rückstände aus Fernheizwerken in andere Produkte umgewandelt. Diese Giftpakete landeten schließlich als Grillkohle, Dünger und Baustoffe in den Regalen zum Kauf für Konsumenten – auch in Österreich. Wie berichtet, wanderten zwölf der 19 Verdächtigen direkt in Untersuchungshaft, darunter auch drei Österreicher.
Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: „Falls sich die Vorwürfe bestätigen, ist das ein gravierender Umwelt- und Gesundheitsskandal. Die in den Ermittlungsakten genannten Schadstoffe, insbesondere Dioxine sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind gesundheitlich hochproblematisch und in der EU streng reguliert.“
Besonders besorgniserregend erscheint der mögliche Einsatz in Grillbriketts. Beim Verbrennen schadstoffhaltiger Materialien werden PAK und Dioxine freigesetzt.
Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
Besonders der mögliche Einsatz in Grillbriketts sei besorgniserregend, da beim Verbrennen schadstoffhaltiger Materialien PAK und Dioxine freigesetzt und eingeatmet würden. „Diese können in Lebensmittel gelangen. Dioxine reichern sich im Fettgewebe an. Gesundheitliche Folgen zeigen sich oft erst nach Jahren“, so der Umweltchemiker.
Über Jahre weiterverarbeitet
Und weiter: „Mehrere Vertreter dieser Stoffgruppen sind krebserregend. Sollten belastete Aschen über Jahre in Produkte wie Grillbriketts, Düngemittel oder Tierfutter eingeflossen sein, könnte dies ein Gesundheitsrisiko für Konsumenten und Haustiere darstellen.“ Andrea Morawetz vom Verein für Konsumenteninformation (VKI): „Wir werden den Sachverhalt beobachten und Betroffene im Bedarfsfall bei der Geltendmachung ihrer Rechte unterstützen.“
Zu der Operation, in der auch Kroatien eine Rolle spielt, äußerte sich auch Italiens Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin: „Es ist ein gewaltiges Signal im Kampf gegen Umweltverbrechen, das grundlegend ist, um Umwelt, öffentliche Gesundheit und fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen zu schützen.“
Und weiter: „Als Umweltministerium und als Regierung bekräftigen wir seit jeher unsere Unterstützung für die Ordnungskräfte und die Justiz, die gegen die Öko-Mafien im Einsatz sind. Sie sind ein grundlegender Pfeiler des Staates beim Schutz der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit.“
Im Vorjahr landeten 800 Hobby-Griller im Spital
Die Grillsaison in Österreich startet jetzt zum Pfingstwochenende wieder durch und Experten mahnen zur Vorsicht: 2025 sind die Verletztenzahlen in Österreich auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre gestiegen: Mit 800 Verletzten gab es damit doppelt so viele wie 2016.
Gefahrenquelle Nummer eins ist beim Grillen eine Stichflamme! Also niemals Benzin oder Spiritus nutzen, um ein Feuer zu entfachen. Es können sich explosionsartig meterhohe und weit über 1000 Grad heiße Flammenwände entwickeln. „Grillanzünder sollten aus festen Stoffen bestehen, etwa Zündwürfel“, betont Armin Kaltenegger von Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Neben Verbrennungen zählen Stich- und Schnittverletzungen zu den Gefahren. Aber auch Stolpern kann zum Verhängnis werden.










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