Die geplante Mega-Fusion in Hollywood kommt einen entscheidenden Schritt voran. Paramount hat sich mit mehreren US-Bundesstaaten geeinigt, die die mehr als 110 Milliarden Dollar (ca. 96 Mrd. Euro) schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery per Klage verhindern wollten. Damit ist eine zentrale Hürde für den Milliarden-Deal aus dem Weg geräumt.
Zwölf US-Bundesstaaten hatten im Juli gegen die Übernahme geklagt. Sie argumentierten, dass durch den Zusammenschluss zu viel wirtschaftliche Macht bei Paramount gebündelt werde und dies Hollywood sowie dem Geschäft der Kinos schaden könnte.
Mehr Geld für Hollywood
Im Rahmen der nun erzielten Einigung sagte Paramount unter anderem zu, mehr Geld in den USA und speziell in Hollywood zu investieren, erklärte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Auch für die Filmproduktion wurden konkrete Zusagen gemacht.
So sollen Paramount und Warner in den ersten beiden Jahren nach der Fusion gemeinsam mindestens 30 Filme pro Jahr in die Kinos bringen. In den darauffolgenden drei Jahren sollen es jeweils 32 Filme sein.
Auch die Sorge um die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN und CBS News soll mit einem neuen Aufsichtsgremium aufgegriffen werden. Dieses soll laut Bonta die redaktionelle Unabhängigkeit der beiden Nachrichtensender sichern. Bloomberg berichtete, dass dem Gremium ausschließlich Journalisten angehören sollen und Manager sowie Aktionäre keinen Zugang erhalten sollen.
Auch Drehbuchautoren einigen sich
Laut Bloomberg gibt es zudem eine Einigung zwischen Paramount und der Gewerkschaft der US-Drehbuchautoren. Diese will demnach ihre Klage gegen die Warner-Übernahme fallen lassen. Paramount habe unter anderem zugesagt, 17,5 Millionen Dollar in einen Gesundheitsfonds für die Autoren einzuzahlen.
Für Paramount ist die Einigung auch wegen des Zeitdrucks wichtig. Ab Oktober muss der Konzern den Warner-Aktionären zusätzlich zum Kaufpreis täglich sieben Millionen Dollar zahlen, sollte die Übernahme bis dahin noch nicht abgeschlossen sein.
CNN als politischer Streitpunkt
Besonders umstritten war die Zukunft von CNN. Der Nachrichtensender berichtet häufig kritisch über US-Präsident Donald Trump, der CNN immer wieder attackiert und den Sender zuletzt aus dem Weißen Haus verbannte.
Paramount wurde vor gut einem Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen. Sein Sohn David Ellison, ein langjähriger Hollywood-Produzent, steht seither an der Spitze des Konzerns. Larry Ellison gilt als Unterstützer Trumps. Kritiker der Warner-Übernahme befürchteten deshalb, dass die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN unter der neuen Eigentümerfamilie leiden könnte. Das nun geplante Aufsichtsgremium soll diesen Bedenken Rechnung tragen.
Netflix ausgestochen
Der Weg zur Übernahme war allerdings alles andere als geradlinig. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr bereits Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts geeinigt. Paramount legte anschließend jedoch ein höheres Angebot vor und wollte den gesamten Warner-Bros.-Discovery-Konzern übernehmen – inklusive Fernsehsendern wie CNN.
Die US-Regierung hatte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen genehmigt. Auch die EU-Kommission stimmte der Übernahme zu, allerdings unter der Bedingung, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an europäische Kinos mit Universal Pictures aussteigt.
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