Ukrainischer Angriff?

Vor Oman havarierter Tanker: Ölkatastrophe droht

Ausland
06.08.2026 20:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor der Küste des Oman droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, eine Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß. Satellitenaufnahmen zufolge treten aus der Caroline Bezengi immer größere Mengen Öl aus.

Der Ölteppich sei inzwischen auf eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern gewachsen, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker hatte im russischen Hafen Noworossijsk mit großer Wahrscheinlichkeit Öl geladen, wie das Geodaten-Unternehmen Synmax zur Auswertung von Satellitenbildern mitteilte. Anfang Juni habe er wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und dann keine Standortdaten mehr mitgeteilt. Berichten zufolge steuerte der Tanker einen Hafen in Indien an.

Besorgniserregende Satellitenaufnahme von dem austretenden Öl
Besorgniserregende Satellitenaufnahme von dem austretenden Öl(Bild: AP/Planet Labs PBC)

Spekuliert wurde, ob die Ukraine das Schiff etwa mit einer Haftmine angegriffen haben könnte. Das Land hat schon mehrfach Schiffe der russischen Schattenflotte angegriffen. Weil der Oman weit entfernt von der Ukraine liegt, wäre so ein Angriff aber logistisch nur schwer umsetzbar.

Omans Transportministerium forderte die Eigentümer bereits auf, das Schiff samt seiner Ladung aus dem Gebiet zu entfernen. Berichten zufolge gehört es einem Unternehmen in China, das – ähnlich wie bei anderen Schiffen der „Schattenflotte“ – zu einer Briefkastenfirma in Schanghai führen soll. Der Flaggenstatus des Tankers ist ungeklärt. Um eine Katastrophe abzuwenden, müsste das Öl vermutlich auf einen anderen Tanker gepumpt werden.

Greenpeace warnt vor größerer Katastrophe als bei Exxon Valdez
Wim Zwijnenburg von der niederländischen Organisation PAX, der Konflikte und Umwelt-Themen untersucht, warnte vor einer schweren Umweltkatastrophe, wenn das Schiff zerbrechen sollte. Es hat Greenpeace zufolge etwa 110.000 Tonnen Rohöl geladen und damit fast die dreifache Menge des Öls, das bei der Havarie der Exxon Valdez vor Alaska 1989 ins Meer gelangte. Diese Ölpest gilt als eine der größten Umweltkatastrophen der internationalen Schifffahrt.

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