Neben der Rekordhitze waren die Freisprüche für die vier Katzen-Töter in Tirol am Dienstag das bestimmende Thema an Österreichs Stammtischen. Auch auf krone.at schwappte in mehr als 2300 Kommentaren unter den beiden Berichten zum Prozess eine Welle der Empörung: „Wie bitte ist das möglich, wenn es doch sogar ein Video der Tat gibt?“, lautet die meistgestellte Frage.
Die auch wir Prozessbeobachter leider nicht vollumfassend beantworten können. Weil die Öffentlichkeit – mit der Begründung, dass Jugendliche unter den Angeklagten sind – in Innsbruck ausgeschlossen wurde. Die Richterin, die schon im Vorfeld über das Landesgericht ausrichten ließ, dass sie weder genannt noch gezeigt werden will, stimmte dem Antrag der Verteidigung auf Ausschluss zu. Und erwies der Justiz damit einen Bärendienst.
Denn wie im „Fall Anna“, wo es um Serienübergriffe in Wien-Favoriten an einem damals erst zwölfjährigen Mädchen ging, multiplizierte der Ausschluss und das damit verbundene „schwarze Loch“ in Bezug auf den Verhandlungsinhalt den Unmut über die Freisprüche, die „im Namen der Republik“ gefällt werden.
Wenn Gerichtsprozesse zu Fällen, die schon vorab für hitzige Diskussionen sorgen, im stillen Kammerl über die Bühne gehen, braucht man sich nicht zu wundern, dass Urteile nicht zu verstehen sind.
Gleichzeitig verspielt die Justiz damit leichtfertig das Vertrauen der Menschen in unseren Rechtsstaat.
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