Mordversuch bestritten

Sechs Stiche: „Habe mich mit Kuss entschuldigt“

Salzburg
22.09.2026 14:30

Im Vorjahr kam ein Algerier (29) nach Salzburg, um – wie er sagt – ein neues Leben zu beginnen. Am 9. Dezember stach er bei einem Raufhandel am Südtiroler Platz mit seinem Klappmesser zu – insgesamt sechsmal, dreimal davon sogar in den Kopf- und Hals-Bereich eines 30-jährigen Deutschen. Einen Mordversuch leugnet er.

Es sei „dem Zufall geschuldet, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich waren“, erklärt der Staatsanwalt zu Beginn des Geschworenen-Prozesses am Dienstag im Salzburger Landesgericht. Mit „sechs wuchtigen Stichen“ attackierte der angeklagte und vorbestrafte Algerier einen Deutschen (30) am 9. Dezember am berühmt-berüchtigten Vorplatz des Hauptbahnhofes, führte der Ankläger weiter aus und warf dem Angeklagten versuchten Mord vor.

Großeinsatz an jenem 9. Dezember am Vorplatz des Hauptbahnhofes.
Großeinsatz an jenem 9. Dezember am Vorplatz des Hauptbahnhofes.(Bild: Markus Tschepp)

Vor der Gewalteskalation hatte eine Auseinandersetzung zwischen dem 29-Jährigen und einer weiteren Person gegeben. Das spätere Opfer griff ein, zog den Algerier an seiner Kapuze zurück. Daraufhin holte der Angeklagte sein Klappmesser heraus und stach dreimal gegen die Beine des Mannes. Es folgten noch weitere drei Stiche: diesmal gegen den Kopf- und Halsbereich des 30-Jährigen. Teils konnte der Deutsche die Messerangriffe abwehren. „Der Angeklagte wurde provoziert und beleidigt“, erklärte dagegen die Verteidigerin. Vor allem die Schimpfwörter gegen seine Mutter haben wohl die Wut des Algeriers geweckt. Sie sprach auch von einem größeren Raufhandel mit dem Faktor Alkohol.

Nach Bluttat mit Kuss beim Opfer entschuldigt
Und was sagte der Angeklagte selbst? „Ich habe keinen versuchten Mord begangen. Die haben mich angegriffen und ich habe mich verteidigt“, wehrte er sich gegenüber den Geschworenen. Und er meinte auch: „Ich wollte von Anfang gar nicht mein Messer herausnehmen oder jemanden verletzen.“ Aus Angst will der 29-Jährige gehandelt haben, meinte er. Die Beschimpfungen hätten ihm „sehr weh getan“. Und ergänzte noch: „Als ich ,Blut‘-Schreie hörte, habe ich das Messer weggeworfen. Ich bin dann zu dem Mann, habe ihm einen Kuss auf den Kopf gegeben und mich entschuldigt.“

Mehrfach bestritt er, mit dem Klappmesser zugestochen zu haben. Vielmehr will er mit dem Messer-Griff zugeschlagen haben. Warum kam es dann zu Stichwunden, fragte ein Richter. Eine Antwort hatte der bereits vorbestrafte Algerier nicht. Erst im Vorjahr war überhaupt nach Österreich gekommen: „Um ein neues Leben zu beginnen.“ Nun bleibt er noch in U-Haft, da der Prozess aufgrund von Zeugenaussagen auf den 3. November vertagt wurde.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung