„Krone“-Kommentar

Pullfaktor Hoffnung

Kolumnen
04.08.2026 09:30

Der Schock nach dem jüngsten Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sitzt tief. Und selbst ausgewiesene Migrationsexperten rätseln, weshalb und wie es dazu kommen konnte.

EINERSEITS scheint es indessen klar geworden zu sein, dass missverständliche Meldungen im Internet ausschlaggebend waren, wonach die Legalisierung von illegalen Migranten in Spanien nun möglich sei. Wobei zu vermuten ist, dass tätiges Wohlwollen Marokkos auch eine Rolle spielte.

ANDERERSEITS liegen die Gründe für die sich in periodischen Abständen wiederholenden Massenanstürme auf die europäischen Außengrenzen tiefer. Der stärkste Pull-Faktor für die illegale Zuwanderung nach Europa ist sicher das Prinzip Hoffnung. Die Hoffnung, dem Elend der Herkunftsländer, Krieg, Bürgerkrieg oder Naturkatastrophen zu entkommen.

Und Hoffnung ist primär etwas Positives. Das „Streben nach Glück“, wie es Thomas Jefferson in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vor 250 Jahren formulierte, ist für jeden Menschen legitim.

Allerdings ist es im Falle der massenhaften und illegalen Migration und häufig auch von Krieg und Bürgerkrieg traumatisierten jungen Männer eine andere Form von Hoffnung. Die Hoffnung nämlich, im Land, wo vermeintlich Milch und Honig fließen, in der EU also, von den Segnungen des Sozialstaats zu profitieren und ohne große eigene Leistung am hedonistischen Lebensstil der ihrer Ansicht nach dekadenten Europäer teilzuhaben.

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