„Ausnahmesituation“

Dürre-Alarm! Bauern fordern jetzt 300 Euro pro Kuh

Österreich
03.08.2026 11:30

Statt auf grünen Feldern stehen viele Kühe in Österreich derzeit auf dürren Weiden. Weil wegen der anhaltenden Hitze kein Gras mehr wächst, fressen die Tiere bereits die Futterreserven für den Winter auf. Milchbauern sehen eine „absolute Ausnahmesituation“ und fordern vom Staat rasche Hilfe.

Heimische Landwirte geraten zunehmend unter Druck. Angaben der IG-Milch zufolge sind vor allem Milchviehbetriebe in Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich von der Dürre betroffen. Lobbychef Andreas Hetzlinger sprach von einer absoluten Ausnahmesituation: „Die Kühe gehen nicht mehr auf die Weide, weil kein Futter wächst und es auch viel zu heiß ist, sie stehen im Stall und fressen das Heu für den nächsten Winter.“

Statt auf grünen Wiesen stehen viele Kühe in Österreich derzeit auf dürren Feldern.
Statt auf grünen Wiesen stehen viele Kühe in Österreich derzeit auf dürren Feldern.(Bild: IG-Milch)

Futterknappheit: Bauern lassen Kühe schlachten
Für viele Landwirte sei die Dürre eine existenzielle Bedrohung. Auch ein Bioheumilchbetreiber aus Salzburg warnte: „Durch die großflächige Dürre in halb Europa ist es jetzt schon nicht mehr möglich, Futter zuzukaufen“, heißt es in der Mitteilung der Interessengemeinschaft. Schlachthöfe würden bereits ein erhöhtes Angebot signalisieren.

Vielerorts finden die Kühe kein Futter mehr auf den Weiden.
Vielerorts finden die Kühe kein Futter mehr auf den Weiden.(Bild: IG Milch)

Der Mostviertler Bauer Josef Handl musste bereits mehrere Kühe schlachten lassen, da ihm das Futter auszugehen drohte, verriet er jüngst der „Krone“. Beim Mais sei es heuer besonders schlimm – Handl habe hundertprozentige Ernteausfälle gehabt, bei der Gerste waren es bis zu 90 Prozent.

Ohnehin dramatische Situation „durch schlechte Milchpreise verschärft“
Auch in Niederösterreich sei es so trocken wie noch nie. IG-Milch-Vorstandsmitglied Reinhard Üblacker beklagte, dass sein Mais auf den Feldern vertrocknen würde. „Bei vielen Betrieben wird auch schon das Wasser knapp.“ Die ohnehin drastische Situation werde durch schlechte Milchpreise verschärft.

IG-Milch fordert 300 Euro pro Kuh
Die IG-Milch fordert daher unter anderem eine Dürreausgleichszahlung von 300 Euro pro Kuh aus dem Katastrophenfonds. Außerdem verlangt sie eine nationale Futtermittelbörse, Zuschüsse für Futtermitteltransporte und die Sicherung von Maisbeständen als Futterersatz.

Zusätzlich solle ein Krisenstab mit Vertretern der Landwirtschaft einberufen werden. An der Dringlichkeit der Situation wollen die Bauernvertreter keinen Zweifel aufkommen lassen: Es bestehe „akuter Handlungsbedarf“.

Keine Entspannung in Sicht
Die kommenden Tage werden für die Bauern auch keine Entspannung bringen. Im Gegenteil steuern wir auf den Höhepunkt der Hitzewelle zu. Für Wien, das nördliche Burgenland und den Nordosten Niederösterreichs gilt am Dienstag und Mittwoch sogar die Hitzewarnstufe Rot. Laut GeoSphere sei mit über 40 Grad zu rechnen.

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