Die nicht enden wollende Hitzewelle lässt die Temperaturrekorde fallen, in vielen Teilen Europas sind die Waldbrände völlig außer Kontrolle geraten, gegen die lang anhaltende Dürre kommen die Bauern kaum mehr an – und die Grundwasserpegel sinken auf bedrohliche Tiefstände.
All das, was derzeit brandheiße Schlagzeilen macht, beschrieb der Wissenschaftsjournalist Wolf Harlander bereits 2020 in seinem gut recherchierten Bestseller „42 Grad“. Allerdings drehte er die Schraube noch ein klein wenig weiter – und machte daraus ein beklemmendes Gedankenexperiment: Was passiert, wenn das Wasser ganz wegbleibt?
„Nirgends ist der Mensch so verwundbar wie beim Wasser“, meinte er in einem Interview. „Bleibt das Wasser weg, wird´s bei uns sehr schnell existenzbedrohend. Drei oder vier Tage – und es wird für den Menschen tödlich.“ Und so gerät die Suche nach Wasser bei ihm zum nackten Kampf ums Überleben. „Wasserflüchtlinge“ aus Deutschland oder Frankreich strömen durch Europa, es herrscht Chaos und rohe Gewalt.
„Climate-Fiction“ wie diese boomt seit einigen Jahren in der Thriller-Szene – und zählt wohl zum Unheimlichsten, was dieses Genre hervorgebracht hat. Weil uns die Realität mit ihren Schlagzeilen über Wetterextreme wie Hitze und Dürren intensiv spüren lässt, dass wir längst in der Zukunft dieser Dystopien angekommen sind. Und wohl nur noch eingefleischteste Klimawandelleugner glauben können, dass alles nur Fiktion ist.
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