Tragödie in Israel

Freund von Hamas-Opfer erschießt sich vor Grab

Ausland
04.08.2026 11:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die 26-jährige Liron Barda wurde beim Hamas-Massaker auf dem Nova-Musikfestival von Terroristen getötet – knapp drei Jahre danach konnte ein Freund der verstorbenen jungen Frau offenbar nicht mehr mit seiner Trauer leben. Der 30-jährige Bar Bechor Asraf erschoss sich am Grab seiner einstigen „Seelenverwandten“.

Die Wunden nach dem grauenhaften Überfall der Hamas auf israelische Siedlungen am 7. Oktober 2023 sind noch tief: Das zeigt der Suizid des 30-Jährigen, der den Tod seiner Freundin Liron offenbar nie verkraften konnte. 

Liron half Verletzten, anstatt zu flüchten
Die 26-Jährige hatte auf dem Musikfestival an der Bar gearbeitet, als die Terroristen die Veranstaltung stürmten und viele der Feiernden töteten, verletzten oder entführten. Anstatt vor den Angreifern zu flüchten, blieb Liron am Ort des Angriffs, um Verletzten zu helfen. Diese Mitmenschlichkeit bezahlte die junge Frau jedoch leider mit ihrem Leben. 

Hier ist ein Foto der beiden Freunde aus glücklichen Tagen zu sehen: 

Drei Tage vor Suizid feierte Bar noch auf Hochzeit seines Bruders
„Sie waren unzertrennlich. Seelenverwandte“, erklärte die Familie gegenüber der Nachrichtenplattform „Ynet“ das besondere Verhältnis von Liron und Bar. Nach ihrem Tod sei er nicht mehr derselbe gewesen. Am Mittwoch hatte er noch auf der Hochzeit seines Bruders gefeiert – bei dem Fest habe es keine Anzeichen dafür gegeben, dass er sich nur drei Tage später das Leben nehmen sollte, erinnerte sich seine Familie.

Am Samstag hatte es eine weitere Familienfeier gegeben – und plötzlich war Bar verschwunden. „Als wir ihn nicht finden konnten, begannen wir, zu Fuß zu suchen. Wir dachten: ,Wo könnte er nur sein?‘ und beschlossen, zu Lirons Grab zu gehen“, erklärte seine Schwester Lihi. Dort fand seine Familie schließlich seinen leblosen Körper. „Zuerst dachte ich, jemand hätte ihn getötet. Ich verstand nicht, was ich sah“, so Lihi.

Der Tod seiner engen Freundin hatte ihn schwer mitgenommen, er hatte tagelang nach ihrer Ermordung nicht geschlafen oder etwas gegessen. „Nachdem sie ermordet worden war, ging er fast jeden Tag zum Friedhof“, berichtet seine Mutter „Später begann er sich langsam zu erholen. Er fing wieder an zu lachen und mit Menschen zu unterhalten“, so seine Schwester. Doch obwohl er wieder fröhlich wirkte, hatte er zuletzt auch wieder mit schwierigen Phasen zu kämpfen. Am Ende dürfte der Schmerz zu groß für den jungen Mann gewesen sein. 

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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