Mit Österreichs Regierung hat dieser Sommer leichtes Spiel. Vielleicht sitzt die Hitze irgendwo bei einem Aperol Spritz in einem Strandcafé und hält sich vor Lachen über unsere Lethargie den Bauch. Ist es kalt, spielt der Klimaschutz für die Politik keine Rolle. Ist es heiß, wird zugewartet, bis es wieder kalt ist.
Die Phase bis dahin wird mit originellen Vorschlägen überbrückt. Klimaanlagen für Schulen waren kurzfristig ein brennendes Thema. Als sich herausstellte, dass ein Einbau kompliziert und teuer ist, bekamen alle schnell eiskalte Finger. Was lange dauert, packt man besser erst gar nicht an.
Das ist fahrlässig. Fürs Fortkommen des Landes sowieso, fürs Fortkommen der Regierungsparteien aber auch. Denn sie lassen ein Thema liegen, in dem sie gut sein könnten, jedenfalls deutlich besser als die FPÖ, die mit der Erderwärmung traditionell fremdelt.
Der Kanzler hätte längst die Initiative ergreifen müssen. Jedes Bonsai-Thema war zuletzt für einen Krisengipfel groß genug. Jetzt dampft das Land vor sich hin, aber nichts passiert.
Warum ruft die Regierung nicht kundige Leute zu einem Hitzegipfel zusammen? Warum startet sie keine Klima-Reformpartnerschaft? Lädt Pragmatiker zu sich, die aufzeigen, was sich kurzfristig machen lässt und wo Beharrlichkeit nötig ist? Die Koalition würde demonstrieren, dass sie das Thema ernst nimmt und sie könnte ihre Handlungsfähigkeit belegen. Sofern vorhanden.
Mit Achselzucken wird sie keine Wahl gewinnen.
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