„Krone“-Kommentar

Rechte werden ihre Botschaften beweisen müssen

Kolumnen
02.08.2026 06:00

Ob Europa nach den skandalösen Vorfällen im spanisch-afrikanischen Ceuta jetzt endlich aufwacht, fragt Conny Bischofberger den Migrationsexperten Gerald Knaus im „Krone“-Sonntagsinterview. Wenig zuversichtlich antwortet der Mitverhandler des Türkei-EU-Flüchtlingspakts vor zehn Jahren, es müsste endlich klar sein, dass es einfach sinnlos sei, um die Bojen herumzuschwimmen, um nach Ceuta zu gelangen oder über den Zaun zu klettern – schlicht, weil man zurückgeschickt wird.

Zigtausende Flüchtlinge stürmten am Freitag die Exklave Ceuta.
Zigtausende Flüchtlinge stürmten am Freitag die Exklave Ceuta.(Bild: AP/Antonio Sempere)

Aber genau diese klare Botschaft und diese überzeugende Politik fehle. Wie wahr! Und so verwundert es auch nicht, wenn auf unsere „Frage des Tages“ am Freitag, ob man nach dem Chaos in Ceuta einen neuen Flüchtlingsansturm fürchte, 89 Prozent „Ja“ sagen. Eine klare Ansage des Migrationsexperten, eine noch klarere Ansage der „Krone“-Leser und -User.

Klare Politik
Unterdessen würgt sich die europäische Politik wie die österreichische von einem mühsam verhandelten Kompromiss zum nächsten. So eine Debatte kann, wie wir es im unsäglichen Wehrdienst-Streit um 8+2, 6+100 und sonstige Wehrpflichtformeln gerade erlitten haben, 6+x Monate dauern, ohne dass am Ende (haben wir überhaupt schon ein Ende?) etwas G’scheites herauskommt. Unterdessen überholen die Rechten mit ihren vermeintlich klaren Botschaften die Zauderer.

Bald werden sie rundum beweisen müssen, ob sie nicht nur klare Botschaften, sondern auch eine klare Politik liefern können.

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