Stromkrise, Dürre

Autobauer stoppen jetzt Produktion in Rumänien

Wirtschaft
03.08.2026 22:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wegen eines drohenden Stromengpasses haben die Autobauer Dacia und Ford ihre Produktion in Rumänien vorübergehend eingestellt. Die Werke stünden bis zum 19. August still, sagte Ministerpräsident Ilie Bolojan. Die Regierung hatte die Unternehmen und Bevölkerung zuvor dazu aufgerufen, den Energieverbrauch freiwillig zu senken. 

Durch den Produktionsstopp der beiden Autobauer sei der landesweite Strombedarf am Montag bereits um 200 Megawatt gesunken, sagte Bolojan. Weitere Firmen würden diesem Beispiel nun folgen und ihren Verbrauch ebenfalls drosseln. Auslöser der Stromkrise sind eine Hitzewelle und eine anhaltende Dürre, die zu extrem niedrigen Wasserständen geführt hat, vor allem in der Donau. Der Energiekonzern Nuclearelectrica hat bereits einen der beiden Reaktoren seines Atomkraftwerks abgeschaltet, weil nicht mehr genug Wasser für die Kühlung durch die Donau fließt. Nuclearelectrica produziert sonst rund ein Fünftel des nationalen Stromverbrauchs.

Das Land müsse aktuell täglich zwischen 2000 und 2500 Megawatt Strom einführen, sagte Rumäniens Regierungschef. Die Importkapazitäten seien aber begrenzt. Daher appellierte er an Unternehmen, private Haushalte und staatliche Institutionen, den Stromverbrauch freiwillig zu reduzieren.

Das Atomkraftwerk Paks in Ungarn
Das Atomkraftwerk Paks in Ungarn(Bild: AFP/ATTILA KISBENEDEK)
Boote im serbischen Novi Sad
Boote im serbischen Novi Sad(Bild: AP/Darko Vojinovic)
Ein Mann kühlt sein Pferd in Rumänien ab
Ein Mann kühlt sein Pferd in Rumänien ab(Bild: AP/Andreea Alexandru)

Lage auch in Ungarn und Serbien angespannt
Auch in den Nachbarländern Ungarn und Serbien ist die Lage angespannt. In Ungarn wurde befürchtet, dass das einzige Atomkraftwerk des Landes, Paks, komplett abgeschaltet werden muss. Am Abend wurde dann aber mitgeteilt, dass das Kraftwerk vorerst am Netz bleiben kann. Ingenieuren sei es gelungen, die erforderliche Kühlwassermenge zu reduzieren, sagte Premier Péter Magyar. Paks produziert aber nicht auf Normalniveau. Der Ausfall soll durch alle ungarischen Reservekraftwerke und Importe kompensiert werden. Der slowakische Premier Robert Fico hatte am Sonntag Soforthilfe mittels Stromlieferungen angeboten.

In Serbien sind ebenfalls vor allem die Stromerzeugung und die Schifffahrt von den extrem niedrigen Pegelständen der Donau betroffen. Kreuzfahrten sind de facto eingestellt und Frachtschiffe können nur noch rund ein Viertel ihrer Ladekapazität transportieren. Die Donau-Kraftwerke Djerdap 1 und Djerdap 2 produzieren rund ein Drittel weniger Strom. Die Versorgung ist laut offiziellen Angaben aber gesichert. Die außerordentliche Situation müsse genau verfolgt werden, sagte Energieministerin Dubravka Djedovic Handanovic und rief zu Stromsparmaßnahmen auf.

Das Institut für Öffentliche Gesundheit wies wegen des niedrigen Wasserpegels auf die erhöhte Flussverschmutzung hin und riet vom Verzehr von Donau-Fischen ab, solange der Wasserpegel so niedrig bleibt. In Nordserbien wurden Notmaßnahmen ergriffen, da ein wichtiges Kanalsystem auszutrocknen droht.

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