AKW braucht Kühlwasser

Hier werden Felsen gesprengt, um Donau umzuleiten

Ausland
03.08.2026 14:06

Damit es nicht so weit kommt wie in Ungarn, wo das einzige Atomkraftwerk des Landes wegen der anhaltenden Dürre und des Kühlwasser-Mangels abgeschaltet werden musste, versucht die rumänische Regierung nun, die Donau umzuleiten. Zu diesem Zwecke rückte die Armee des Landes an und sprengte einen Felsen an einem Donauarm (siehe Video oben).

Betreiber des Kraftwerks Cernavoda (siehe Karte unten) mussten bereits Block 1 wegen des zu niedrigen Donaupegels abschalten. Block 2 kann den Angaben zufolge auch nur mehr vier bis fünf Tage lang arbeiten. Um diesen aber am Netz zu halten, hat die Regierung in Bukarest zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Sie beorderte die Marine zur Abzweigung des Bala-Arms. Am Sonntag scheiterte der erste Versuch, den Parjoaia-Felsen zu sprengen.

Am Montag ging das Experiment weiter. Die Sprengladungen von Kampftauchern der Marine wurden mit jedem weiteren Versuch ein wenig verstärkt. Offenbar gelang es, den Felsen so zu sprengen, dass die Durchflussmenge Richtung Kraftwerk erhöht wurde.

Der erste Versuch schlug fehl, bei weiteren Sprenungen verwendete die rumänische Armee mehr ...
Der erste Versuch schlug fehl, bei weiteren Sprenungen verwendete die rumänische Armee mehr Sprengstoff.(Bild: AFP/DANIEL MIHAILESCU)

Unterstützend wurden mehrere mit rund 500 Tonnen Gestein beladene Lastkähne versenkt, damit das Donauwasser kontrolliert umgeleitet werden kann. Auch Baggerarbeiten waren notwendig. Insgesamt waren an dem Experiment 100 Heeresangehörige beteiligt. Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Man hoffe, dass diese dem AKW genügend Wasser bringen werde. 

Ukraine hilft mit Stromlieferungen aus
Das AKW Cernavoda deckt knapp 20 Prozent des Stromverbrauchs ab. Kompensationslieferungen laufen dem Vernehmen nach bereits über die Ukraine. Für den gesamten August gilt ein nationaler Notstand. Dass die Ukraine überhaupt exportieren kann, liegt daran, dass sich ihre Stromversorgung seit dem Frühjahr 2026 vorübergehend verbessert hat.

Seit März exportiert sie wieder – wenn auch in begrenztem Umfang – Strom nach Ungarn und Rumänien. Die Ausfuhren erfolgen allerdings nur dann, wenn in der Ukraine selbst ein Überschuss vorhanden ist und nicht kriegsbedingte Ausfälle zu beklagen sind.

Die extrem niedrigen Pegelstände an der Donau haben auch in Serbien oder Österreich enorme Auswirkungen – vor allem auf die Stromerzeugung und die Wirtschaft. Der Fluss erreicht hierzulande stellenweise historische Tiefststände, viele Flusskreuzfahrten sind eingeschränkt oder gar nicht möglich. Probleme gibt es auch im Fährverkehr und im Gütertransport.

In Serbien sind Kreuzfahrten de facto eingestellt und Frachtschiffe können nur noch rund ein Viertel ihrer Ladekapazität transportieren. Die Donau-Kraftwerke Djerdap 1 und Djerdap 2 produzieren rund ein Drittel weniger Strom, die Versorgung ist laut offiziellen Angaben jedoch gesichert.

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