Während die Politik über ein Gewinnverbot für Pflegeheime diskutiert, kämpfen die Betreiber mit den enorm gestiegenen Kosten. So kommt es zur Situation, dass in Kärnten kein Betreiber derzeit überhaupt einen Gewinn macht.
Von den 79 Kärntner Pflegeheimen mit rund 5800 Betten werden 24 von Gemeinden selbst, 18 von gemeinnützigen und 37 von privaten Betreibern geführt. Die derzeitige politische Debatte rund um ein „Gewinnverbot“ betrifft laut Kärntner Wirtschaftskammer aber de facto keinen einzigen davon.
Eigentlich ist ja vonseiten des Landes ein Fördermodell geplant, das sich an den realen Kosten orientiert. Bis es so weit ist (Ende des Jahres könnte es klappen), zahlt das Land monatlich 3397,60 Euro pro Bewohner an die Heime. „Und keiner – weder öffentlich noch gemeinnützig noch privat – erwirtschaftet derzeit Überschüsse“, so die Wirtschaftskammer.
Kosten zu stark gestiegen
Denn die Kosten sind in den vergangenen Jahren explosionsartig gestiegen, die Vergütung nicht so stark. Und während öffentliche und gemeinnützige Betreiber die Lücke anderweitig schließen können, fehlt diese Möglichkeit für die restlichen 37 Heime. „Kein einziger privater Heimbetreiber in Kärnten bilanziert derzeit positiv“, stellt WK-Berufsgruppensprecher Christian Polessnig klar. „Der Sockelbetrag deckt nicht einmal die laufenden Kosten.“
Deshalb fordert einige, aber besonders die Wirtschaftskammer, dass dieser Betrag angehoben wird. „Das Land muss jetzt handeln: Sockelbetrag anheben, Pflegelehre finanzieren und mit uns als Partner auf Augenhöhe verhandeln“, so Polessnig. „Statt Gewinne zu verbieten, die es nicht gibt, sollte man Verluste verhindern, die es sehr wohl gibt.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.