Belasteter Schotter

Asbest: Ausflugsziele stehen jetzt im Fokus

Burgenland
28.07.2026 06:00

Greenpeace will belasteten Schotter an sieben Ausflugszielen im Burgenland entdeckt haben. Das Land widerspricht und hält die Untersuchungen für nicht aussagekräftig.

Die Liste der von Greenpeace gemeldeten Asbest-Fundorte wird länger. Nach Steinbrüchen und Spielplätzen geht es diesmal um Ausflugsziele. Betroffen seien laut der Umweltorganisation die Friedensburg Schlaining, die Burg Lockenhaus, die Aussichtswarte am Geschriebenstein sowie Wanderwege und Parkplätze. Greenpeace stützt sich auf Laboranalysen sowie auf visuelle und mechanische Untersuchungen, die Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent ergeben hätten.

Besonders kritisch sehe man die Situation bei der Friedensburg. Laut Greenpeace habe man die Verantwortlichen bereits Ende Juni informiert und trotzdem gebe es dort bisher keine Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher.

Sanierung wird gefordert
Anders in Lockenhaus: Dort seien Sperren, die Umleitung des Schwerverkehrs und das Befeuchten der Flächen zugesagt worden. Ein Freizeitbetrieb im Südburgenland habe bereits mit der Sanierung begonnen. Greenpeace fordert deshalb eine rasche Sanierung der betroffenen Flächen, Hilfen aus dem Katastrophenfonds sowie erneut die dauerhafte Schließung der gesperrten Steinbrüche.

Als krebserregend gilt ein Abest-Massenanteil von mehr als 0,1 Prozent.
Als krebserregend gilt ein Abest-Massenanteil von mehr als 0,1 Prozent.(Bild: MITJA KOBAL)

Zudem wirft die NGO dem Land und der Taskforce vor, mögliche weitere Fundorte nicht konsequent zu erheben. Dort weist man die Vorwürfe zurück. „Aus den Untersuchungen, wie Greenpeace sie durchführt, kann keine Gesundheitsgefährdung abgeleitet werden“, heißt es auf Anfrage der „Krone“.

Gesamtes Material muss untersucht werden
Das Herauspicken einzelner Steine, wie von Greenpeace praktiziert, bringe keine wissenschaftlich normgerechten und aussagekräftigen Ergebnisse. Aussagekräftig seien nur Untersuchungen des gesamten Gesteinsmaterials. Die Taskforce verweist zudem auf die geltenden EU-Vorgaben. Material werde als Krebs erzeugend eingestuft, wenn es einen Asbest-Massenanteil von mehr als 0,1 Prozent aufweise (bei 1000 Kilogramm Gesteinsmaterial wäre das ein Kilogramm reines Asbest, Anm.).

Das Land sei in dieser Causa zudem nicht Gesetzgeber. Forderungen nach strengeren Regelungen müsse Greenpeace daher an Bund und EU richten. Für Schotter auf Wegen, Straßen oder Parkplätzen seien grundsätzlich die jeweiligen Grundeigentümer verantwortlich. Diese könnten das Material normgerecht untersuchen lassen. Entsprechende Beprobungen würden im Burgenland immer wieder durchgeführt. 

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