Während die neue britische Regierung unter Premier Andy Burnham innenpolitisch bereits zahlreiche neue Pflöcke eingeschlagen hat, setzt sie den außenpolitischen Kurs der Vorgängerregierung fort. Daher verwunderte es kaum, dass am Montag der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj als erster ausländischer Staatsgast empfangen worden ist. Man wolle die klare Botschaft senden, dass Großbritannien zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine stehe, betonte Burnham.
Er werde jede einzelne Zusage seines Landes vollständig einhalten, versprach der sozialdemokratische Politiker. Burnham setzt damit die Linie seiner Vorgänger fort, die sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit jeweils als engste westliche Verbündete des ukrainischen Präsidenten positioniert hatten. Selenskyj betonte, die Beziehung beider Länder sei „stärker denn je“.
Begrüßung im Schatten eines Flugzeugträgers
Burnham und Selenskyj trafen in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth, wo man sich öffentlichkeitswirksam auf einem Marinestützpunkt im Schatten des Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth begrüßte, britische und ukrainische Militärangehörige, die an der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte beteiligt sind. Rund 200 ukrainische Soldaten und Seeleute nahmen zuletzt in Großbritannien an Übungen zur Sicherheit auf See und zur Minenabwehr teil. Sie sollen die Truppen unter anderem auf einen Einsatz im Schwarzen Meer vorbereiten.

Ukraine darf britisches Drohnenschutzsystem produzieren
Der britische Premier verkündete zudem, man räume der Ukraine das Recht ein, ein in Großbritannien entwickeltes System zum Schutz von Drohnen vor Störsendern im eigenen Land zu produzieren. Das als „Stone Cloak“ bezeichnete System sei von der Größe eines Tablet-Computers und verhindere, dass Drohnen abgefangen werden, sagte Burnham. Tausende der Geräte wurden nach Angaben der britischen Regierung bereits an die Ukraine geliefert.
Der ukrainische Staatsgast erklärte, die Technologie werde „auf dem Schlachtfeld sicher nützlich sein“. Von Großbritannien aus wird Selenskyj in die USA weiterfliegen, wo er am Dienstag in Washington von Trump empfangen wird.
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