Ein in Weingärten gefürchteter Schädling zieht weite Kreise. Von so einem gnadenlosen Störenfried will sich aber niemand die vinophile Laune verderben lassen! Clevere Winzer tricksen die gemeine Rebzikade aus.
Seit die Amerikanische Rebzikade in heimischen Weingärten ihr Unwesen treibt, gilt Alarmstufe Rot. Schon einmal hatte die tierische Invasion für Aufsehen gesorgt. Im August 2011 konnte der Befall im Südburgenland – zwei Jahre nach der Steiermark – erstmals offiziell nachgewiesen werden, konkret rund um Heiligenbrunn und am Eisenberg.
Die Plagegeister haben wochenlang Hochsaison
Die Rebzikade ist nur fünf Millimeter klein, doch der Schaden, den sie anrichtet, dafür umso größer. Auf ihr Konto geht die sogenannte Goldgelbe Vergilbung, die dazu führt, dass betroffene Rebstöcke in kurzer Zeit absterben. „In Österreich beginnen die Larven ab Ende Mai zu schlüpfen. Der Prozess der Entwicklungsstadien dauert etliche Wochen. Jetzt, Ende Juli, legen die Weibchen ihre Eier am Rebstock unter die Borke ab“, warnt die Landwirtschaftskammer.
Schädlinge im Vormarsch: Gezielte Gegenstrategie
Im Burgenland wappnen sich Weinbauern gegen die Gefahr, die nach dem Ärger im Sommer 2011 zurückgekehrt ist – aufdringlicher als je zuvor. Die Population wuchs laut den Monitoring-Ergebnissen in den vergangenen Saisonen stark an – Tendenz steigend, wie befürchtet wird.
Weinbau-Fachbereichskoordinatorin Verena Klöckl nahm die dramatische Situation aktuell zum Anlass, um in Schulungen direkt vor Ort auf das rechtzeitige Erkennen der Symptome der Rebseuche aufmerksam zu machen. Mehr als 300 Interessenten folgten den profunden Ausführungen in Gaas, Deutsch Schützen, Horitschon, St. Margarethen und Gols.
Ständige Kontrolle und Hygienemaßnahmen
„Die wirksamste Methode gegen den Schädling sind Hygienemaßnahmen im Weingarten, das heißt eine umgehende Rodung von befallenen Rebstöcken, inklusive Wurzelwerk, und eine gezielte Eindämmung des Vektors“, sagt Klöckl. Ein Neuaustrieb von infizierten Rebstöcken müsse unbedingt verhindert werden, betont sie.
Winzer sind auf der Hut
Wer die winzigen Rebzikaden sofort entdeckt, kann rasch reagieren. Regelmäßige Kontrolle der Weingärten ist das Um und Auf. Färben sich bei Weißweinsorten die Blätter gelblich oder zeigen sie sich bei Rotweinsorten dunkelrot, ist bereits Gefahr in Verzug. „Eigentümer von Rebstöcken in den Hauptverbreitungsgebieten sind verpflichtet, Insektizidbehandlungen durchzuführen“, so die Landwirtschaftskammer. Klöckl: „Wir setzen alles daran, die weitere Ausbreitung des Überträgers möglichst frühzeitig einzudämmen.“
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