Eskalation im Iran

Trump attackierte mit fliegendem Bomber-Giganten

Ausland
23.07.2026 11:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit dem Einsatz eines der schlagkräftigsten konventionellen Bomber der US-Luftwaffe haben die USA ihre Angriffe auf den Iran deutlich ausgeweitet. Erstmals seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe vor zwölf Tagen kam ein B-1B Lancer zum Einsatz – ein Schritt, der als klares Signal für eine weitere Eskalation des Konflikts gilt.

Der Langstreckenbomber griff am Dienstag nach Angaben von US-Vertretern Ziele der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) an. Im Visier standen demnach militärische Kommandoeinrichtungen, Drohnen-Infrastruktur sowie logistische Einrichtungen. Die Angriffe sollten die Fähigkeit des Iran schwächen, die internationale Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz zu bedrohen.

Wie das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtet, startete der B-1B seine Mission von einem Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien. Online-Flugtracker hatten den Bomber während seines Einsatzes registriert. Welche konkreten Ziele getroffen wurden und wie wirksam der Angriff war, ist bislang jedoch unklar. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erwähnte den Einsatz des Bombers in seiner Mitteilung zu den Angriffen nicht ausdrücklich.

Bomber mit gewaltiger Feuerkraft
Auch die „Jerusalem Post“ berichtet unter Berufung auf Quellen, dass der B-1B erstmals seit der Wiederaufnahme der Kämpfe wieder gegen den Iran eingesetzt wurde. Demnach markiert der Einsatz eine deutliche Ausweitung der amerikanischen Militärkampagne. Berichten zufolge erfolgte der Start von der britischen Luftwaffenbasis RAF Fairford, nachdem die britische Regierung die Nutzung entsprechender Stützpunkte genehmigt hatte.

Der B-1B Lancer zählt zu den leistungsfähigsten konventionellen Bombern der USA. Er kann bis zu 24 Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 900 Kilogramm oder zahlreiche Marschflugkörper transportieren und erreicht in geringer Flughöhe Überschallgeschwindigkeit. Seine enorme Nutzlast macht ihn besonders geeignet für groß angelegte Angriffe auf militärische Infrastruktur.

Die Angriffe der amerikanischen Soldaten werden immer heftiger – der Iran denkt aber nach wie ...
Die Angriffe der amerikanischen Soldaten werden immer heftiger – der Iran denkt aber nach wie vor nicht daran, einen Deut nachzugeben.(Bild: AFP/SGT. JOSEPH HELMS)

Bereits zwischen Februar und April hatten die USA im Rahmen der Operation „Epic Fury“ mehrere Einsätze mit B-1-Bombern geflogen. Dabei wurden unter anderem Raketenstellungen, Kommandozentralen, Waffenlager und Luftverteidigungssysteme angegriffen. Nach einer Kampfpause markiert der jüngste Einsatz nun die Rückkehr dieses Bombertyps in den aktuellen Konflikt.

Trump droht mit weiteren Angriffen
Trotz der verstärkten US-Angriffe zeigt der Iran bisher keine Anzeichen eines Kurswechsels in der Auseinandersetzung um die Straße von Hormuz. Nach Angaben von US-Vertretern setzt Teheran seine Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region fort. Während einige Militärvertreter die iranischen Fähigkeiten rund um die Meerenge bereits als stark eingeschränkt einschätzen, warnen andere davor, dass der Iran weiterhin Schiffe angreifen könne.

US-Präsident Donald Trump verschärfte zuletzt auch den Ton. Er drohte mit Angriffen auf Brücken und Kraftwerke, darunter auch in Teheran, sollte der Iran weitere Schiffe in der Straße von Hormuz attackieren. Der Iran wiederum kündigte an, im Fall weiterer Eskalationen Infrastruktur in mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen.

Diplomatie läuft parallel weiter
Parallel zu den militärischen Entwicklungen laufen diplomatische Bemühungen weiter. Nach Angaben von US-Vertretern vermitteln Katar sowie der Oman zwischen Washington und Teheran, um eine Vereinbarung zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz und zur Beendigung der Kämpfe zu erreichen. Ob und wie lange die US-Regierung diesen Gesprächen noch Zeit einräumt, ist derzeit offen.

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