Das ukrainische Militär hat die Halbinsel Krim am Wochenende wieder mit Drohnen angegriffen. Ziel sei es, sie zu isolieren, hatte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bereits vor einer Woche gesagt. Nun hat Krim-Chef Sergej Aksjonow angekündigt, dass russische Kinder bis zum 1. September nicht mehr kommen dürfen.
Wie berichtet, hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel geführt. Am Sonntag stellten Tankstellen den Verkauf von Treibstoff an Privatpersonen und Unternehmen ein. Es sei zwar noch möglich, die Krim zu verlassen, aber schwierig, berichtete der russischsprachige Telegram-Kanal Nexta.
„Ich weiß nicht, wo ich hingehen soll. Ich möchte nach Moskau zurück“, zitiert Nexta eine junge gestrandete Touristin. Wie sich die Situation entwickeln werde, sei unsicher, prognostiziert sie.
Dazu tragen auch ukrainische Drohnenangriffe auf andere Regionen Russlands bei. So wurden zuletzt beispielsweise vier Flughäfen in Moskau kurzzeitig geschlossen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte am Montag auf Telegram mit, dass 59 Drohnen abgefangen worden seien. Zu den Absturzstellen seien Rettungskräfte entsandt worden. Das ukrainische Militär reagiert immer wieder mit Gegenschlägen auf russische Attacken auf eigene Städte.
Hier sehen Sie gestrandete Touristinnen und Touristen auf der Krim:
Krise weitet sich aus
Im Fokus steht derzeit die annektierte Krim und der Großraum Moskau. Dort brachen als Folge der Drohnenangriffe Brände in Ölraffinerien aus, auch Explosionen wurden gemeldet. Die russischen Behörden schlossen zuletzt die Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Für mehr als 600 Autos gab es zunächst kein Vorankommen mehr. Auf Aufnahmen waren Feuer und Menschen zu sehen, die ihre Fahrzeuge vorübergehend verließen.
Hier sehen Sie eine Aufnahme von dem Brand zwischen Kertsch und dem Festland:
Für Russinnen und Russen sei es Zeit, die Krim zu verlassen, wenn sie nicht für immer dortbleiben wollen, empfahl Nexta. Statt Touristinnen und Touristen gebe es auf der Halbinsel nun leere Hotels und eine „postapokalyptische Atmosphäre“. Die Lage verschlechtere sich immer weiter. Sewastopols Stadtgouverneur Michail Raswoschajew teilte mit, dass für Montag alle öffentlichen Veranstaltungen im Freien abgesagt worden seien. In der Hafenstadt werde es auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew rief die Bevölkerung außerdem zum Stromsparen auf.
Kinderferienlager verboten, Stromsperren kommen
Der örtliche Energieversorger Krimenergo kündigte bereits Zeitpläne für Stromsperren an. Das wird sich auch auf die Wasserversorgung auswirken. Der russische Krim-Chef Sergej Aksjonow schrieb am Montag auf Telegram, dass die „Unterbringung von Kindern zu Erholungs- und Tourismuszwecken“ bis zum 1. September verboten werde. Auf der Halbinsel gibt es regelmäßig Kinderferienlager. „In der aktuellen Situation sind diese Maßnahmen nötig zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit“, begründete Aksjonow das neue Dekret.
Schwachpunkt gefunden?
Laut einem Bericht hat das ukrainische Heer einen Schwachpunkt der Russinnen und Russen gefunden. Die Besatzungsbehörden auf der Krim wüssten bisher nicht, wie sie darauf reagieren sollen. Mit den Angriffen auf die russischen Nachschublinien öffne sich ein „Fenster der Möglichkeiten“, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. „Für die Russen beginnt eine Hölle, die sie nur schwerlich meistern werden“, kündigte er an.
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