„Erwachsen spielen“

Russische Kindergärten geben Drohnen-Unterricht

Ausland
29.03.2026 22:30

Nach den Schulen sind die Kindergärten an der Reihe: Russlands Sprösslingen soll der Dienst in den Drohnenstreitkräften schmackhaft gemacht werden. Im Rahmen entsprechender Unterrichtseinheiten dürfen so manche sogar schon die Steuerung übernehmen.

Russland hat im November für seine Drohnenkriegsführung einen eigenen Zweig seiner Streitkräfte ins Leben gerufen – die „Unmanned Systems Forces“ (USF). Dafür werden aktiv Studierende rekrutiert, für den Dienst geworben wird aber auch an Schulen und sogar Kindergärten. Das russische Alternativmedium „Wjorstka“ stieß in seiner Untersuchung auf Dutzende entsprechende Anzeigen – etwa mit dem Slogan „Es ist Zeit, erwachsen zu spielen“.

Den Kleinen wird unter anderem eingetrichtert, dass in der Ukraine Nazis leben würden, die man ...
Den Kleinen wird unter anderem eingetrichtert, dass in der Ukraine Nazis leben würden, die man töten müsse.(Bild: Wjorstka)

Kinder trugen Militäruniformen
Ende November vergangenen Jahres hat demnach in der russischen Stadt Rodniki, Oblast Iwanowo, der Vater eines Kindergartenkindes der Gruppe von seinem Dienst in den Drohnenstreitkräften erzählt. Detailliert habe er über seine Einheit berichtet und warum sie so wichtig sei. Die Knirpse sollen den Schilderungen mit großem Interesse gelauscht und neugierig Fragen gestellt haben. Ein anderer Kindergarten der Stadt berichtete, dass die Kleinen von einem Soldaten unterrichtet worden seien, der in der Ukraine kämpfe. Die Eltern hätten dafür extra Mini-Militäruniformen für den Nachwuchs gekauft, der darin das Gedicht „Mein Papa ist in den Krieg gezogen“ vorgetragen habe.

Der Kreml trimmt die Bevölkerung von Kindesbeinen an auf Krieg.
Der Kreml trimmt die Bevölkerung von Kindesbeinen an auf Krieg.(Bild: Wjorstka, Krone KREATIV)
Jeder darf mal probieren.
Jeder darf mal probieren.(Bild: Wjorstka)

Soldaten reichlich beschenkt
Im Dezember hat den Angaben zufolge in der Stadt Jessentuki ein Militärangehöriger den Sprösslingen erklärt, wie unbemannte Fluggeräte funktionieren, welche Aufgaben sie erfüllen und welche Rolle sie bei den gegenwärtigen Operationen spielen. Im Februar sollen gleich zweimal Soldaten in einem Kindergarten in Pskow vorbeigeschaut haben. Die Kleinen hätten Drohnen, Steuerungspulte, Wärmebildvisiere und Funkgeräte anfassen dürfen. Als Dankeschön sollen sie Reime vorgetragen und den Militärs Souvenirs überreicht haben.

„Haben sich zukünftigen Beruf ausgesucht“
Mindestens 21 weitere Treffen solcher Art sollen laut den vorliegenden Informationen stattgefunden haben. Mitunter sollen dabei auch Kinder mit eingeschränkten Möglichkeiten anwesend gewesen sein. Bei vier weiteren Unterrichtseinheiten soll der Nachwuchs demnach selbst unbemannte Flugobjekte gelenkt haben, wie unter anderem im Rahmen der Übung „Genau ins Ziel“ in einem Kindergarten in der Stadt Tynda, Oblast Amur. Im Dorf Solidarnost in der Oblast Lipezk ging man noch weiter. Dort hätten sich „die Kinder bereits ihren zukünftigen Beruf ausgesucht“, wurde in großen Worten verkündet.

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