Photovoltaik-Anlagen

Firma will von Vertrag nun nichts mehr wissen

Ombudsfrau
13.08.2026 08:00
Porträt von Ombudsfrau
Von Ombudsfrau

Im Jahr 2023 beteiligte sich ein Wiener über eine Initiative als Investor an einer Art PV-Anlagen-Gemeinschaft. Dafür sollte er unter anderem jährlich Zinsen erhalten. Doch davon will das Unternehmen, dessen Firmenstempel auf dem Vertrag aufscheint, mittlerweile offenbar nichts mehr wissen.

„Der Vertrag sah vor, dass pro Jahr ein Zehntel des eingezahlten Betrags sowie Zinsen ausbezahlt werden. Heuer wurden zum Stichtag keine Zinsen ausbezahlt“, schildert der Wiener. Auf Nachfrage sei er vom Energieversorger, dessen Name ebenfalls auf dem Vertrag steht, an den damaligen Angebotsteller, eine Firma mit Sitz in Niederösterreich, verwiesen worden.

 Geschäftsführer bestreitet Vertragsabschluss
„Der Geschäftsführer dieses Unternehmens bestreitet jedoch schriftlich, je einen Vertrag unterzeichnet zu haben, obwohl der Stempel und die Unterschrift auf dem Vertrag auf seinen Namen lautet“, erklärt unser Leser weiter. „Es geht um 6000 Euro, die mir hier einfach nicht ausbezahlt werden.“

Offenbar kein Einzelfall
Und der Wiener dürfte kein Einzelfall sein. „Der Geschäftsführer des Energieversorgers hat mir erklärt, dass noch rund 40 weitere Personen auf ihr Geld warten“, schildert der Wiener weiter. Bei genauerem Hinsehen sind ihm Ungereimtheiten auf dem Vertrag aufgefallen.

Verwirrung um Firmennamen
Der Name des angegebenen Vertragspartners und der Firmenstempel lauten nur auf den ersten Blick gleich. Sie unterscheiden sich allerdings durch das Wort „International“. Bemerkenswert ist dabei, dass aber beide Firmen an ein und derselben Adresse in Niederösterreich gemeldet sind.

Der Ombudsfrau wurde auf Anfrage kurz und knapp mitgeteilt, dass zu Herrn N. keinerlei Vertragsverhältnis bestehe. Geschrieben wurde das übrigens vom selben Geschäftsführer, dessen Name unter dem Firmenstempel am Vertrag steht. Nur stimmt eben der Firmenname bis auf eine Kleinigkeit nicht überein.

Energieversorger räumt Fehler ein
Der Geschäftsführer des ebenfalls involvierten Energieversorgers hat mittlerweile zugegeben, dass die Verträge automatisiert über die Online-Plattform ausgestellt werden und da der Zusatz „International“ beim Vertragspartner fehle, wie in Signatur und Stempel stehe. Man habe verabsäumt, die Übereinstimmung zu prüfen. Aber: „An der Tatsache, dass die Verträge aufrecht sind und in der Vergangenheit in beide Richtungen mit eben jener Firma einwandfrei exekutiert wurden, ändert das freilich gar nichts.“

Vertragspartner offenbar uneinig
Interessant ist aber: Die Firma aus Niederösterreich streitet das Vertragsverhältnis nun auf einmal nicht mehr ab. Stattdessen ließ man Herrn N. kürzlich wissen, dass man im März begonnen habe, die vertragliche Situation juristisch aufzuarbeiten. Vertragspartner sei aber der Energieversorger, und dem gegenüber komme man allen Verpflichtungen nach.

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