Überblick verloren?

Thurnhers Ankündigung: ORF-Panne um Ermittlungen

Gericht
13.08.2026 08:00

Ingrid Thurnher verlautbart, dass sich der ORF dem Ermittlungsverfahren gegen Alexander Wrabetz und Pius Strobl als Privatbeteiligter anschließt. Doch dann verkündet die StA, dass es ein solches gar nicht gibt. Dafür laufen zahlreiche andere.

„Der ORF schließt sich den Ermittlungen gegen Pius Strobl und Alexander Wrabetz als Privatbeteiligter an“, sagte Generaldirektorin Ingrid Thurnher nach dem Stiftungsrat am Dienstag.

Am Mittwoch steht fest: Ein solches Ermittlungsverfahren betreffend die Pensionszusagen von Wrabetz an Strobl gibt es gar nicht! Wie Wrabetz Anwältin Bettina Caspar-Bures der „Krone“ bestätigt, sah die Staatsanwaltschaft Wien nach Prüfung von der Einleitung eines solchen ab, da es „aus rechtlichen Gründen unzulässig“ sei.

Eine Panne Thurnhers, die womöglich daraus resultiert, wie verworren die Causa mittlerweile ist. Am Mittwoch rudert der Rundfunk zurück. Da es kein Ermittlungsverfahren gebe, „ist die Frage der strafrechtlichen Beurteilung auch für den ORF erledigt.“ In anderen Strängen der pikanten Causa wird der Österreichische Rundfunk Staatsanwaltschaft und Gerichte noch lange beschäftigen (siehe Grafik).

Alexander Wrabetz und Pius Strobl. Rechts im Bild: Ingrid Thurnher.
Alexander Wrabetz und Pius Strobl. Rechts im Bild: Ingrid Thurnher.(Bild: Krone-Collage/Alexander Tuma, APA/MAX SLOVENCIK)
(Bild: Krone KREATIV/Viennapress/Andreas Tischler, stock.adobe.com)

Allein Weißmann brachte drei Klagen ein
Auf zivilrechtlicher Ebene stieg diese Woche im Arbeits- und Sozialgericht (ASG) der Auftakt zur ersten von drei Klagen, die Ex-Rundfunk-Boss Roland Weißmann eingebracht hat. Der 58-Jährige ficht seine Kündigung an, fordert eine Kündigungsentschädigung und klagt zudem künftige Schäden, die sich aufgrund einer ORF-Aussendung vom 9. März ergeben, ein. Darin wurde kommuniziert, dass eine Mitarbeiterin Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Weißmann erhoben hat – laut dessen Anwalt Oliver Scherbaum „völlig ungeprüft“.

Die Mitarbeiterin hat ebenfalls eine Klage gegen den früheren Generaldirektor und offenbar auch gegen den ORF beim ASG eingebracht. Sie fordert Schadenersatz.

Erpressung und Nötigung stehen im Raum
Die Frau und ihr Anwalt werden von der Staatsanwaltschaft Wien als Beschuldigte geführt – ermittelt wird wegen schwerer Erpressung und illegaler Tonbandaufnahmen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ebenfalls mit strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert ist Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer. Im Raum steht schwere Nötigung, Weißmann wird als Opfer geführt.

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