Die Alkofahrten zweier burgenländischer Politiker haben eine Debatte ausgelöst. Die Zahlen zeigen: Alkohol zählt weiterhin zu den Hauptunfallursachen im Burgenland.
Mit rund 2,5 Promille verlor Ex-Verkehrsminister Norbert Hofer den Führerschein. Wenige Tage später musste auch ein burgenländischer Kommunalpolitiker nach einer Alkofahrt seine Lenkberechtigung abgeben. Zwei Fälle, die für Schlagzeilen und der Frage nach politischen Konsequenzen sorgten. Kaum Beachtung fand dagegen ein mehrere Jahre zurückliegender Alko-Unfall im Südburgenland. Eine Frau verlor dabei ein Bein, ein weiterer Helfer wurde verletzt. Der alkoholisierte Lenker wurde später strafrechtlich verurteilt. Heute bekleidet er eine politische Funktion.
1452 Burgenländer sind ihren Führerschein los
Alkohol und Drogen zählen seit Jahren zu den Hauptunfallursachen. Allein im Vorjahr führten Burgenlands Polizisten 62.027 Alkovor- und Alkomattests durch. 928 Lenker wurden wegen Alkohol am Steuer angezeigt, weitere 200 wegen Fahrens unter Drogeneinfluss. Insgesamt wurden 1452 Führerscheine und Mopedausweise entzogen. Die Polizei investierte dafür mehr als 20.000 Einsatzstunden in Alkohol- und Drogenkontrollen.
Spitzenreiter bei Schwerpunktaktionen in Österreich
16 landesweite Schwerpunktaktionen wurden durchgeführt – laut Landesverkehrsabteilung so viele wie in keinem anderen Bundesland.
Auch die vorläufige Bilanz für heuer zeigt, dass Alkohol und Drogen die Einsatzkräfte weiter beschäftigen.
Bis Mitte Juli registrierte die Landesverkehrsabteilung rund 480 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. In rund 40 Fällen standen Alkohol oder Drogen im Spiel. Fünf Menschen kamen bisher auf Burgenlands Straßen ums Leben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand stand allerdings keiner dieser tödlichen Unfälle mit Alkohol in Zusammenhang.
„Jeder Verkehrsunfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist einer zu viel. Wer sich berauscht ans Steuer setzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern alle anderen Verkehrsteilnehmer“, sagt Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland. Deshalb werde weiterhin konsequent kontrolliert und auf Präventionsarbeit gesetzt.
Wie schwer die Folgen sein können, zeigt auch der Blick auf die vergangenen Jahre. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kamen (Stand: 2025) in den vergangenen zehn Jahren neun Menschen bei Alkoholunfällen im Burgenland ums Leben, mehr als 900 wurden verletzt.
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