Ob Uhudler oder Samarel – markante Direktträger-Reben feiern als enge Verbindung zwischen den Weinbauregionen in Europa ein viel beachtetes Revival.
Der Uhudler: einst als „Rabiatperle“ verschrien, heute eine nach Walderdbeeren duftende Weinspezialität, die tief mit dem südlichen Burgenland verwurzelt ist. Der kultige Wein mit einer ganz besonderen Geschichte erfreut sich steigender Beliebtheit.
Mit der Reblaus fing alles an
Die Reblaus war es, die hierzulande um 1900 den Grundstein gelegt hatte. Denn der Direktträger aus Amerika war damals die einzige Rebe, die sich von dem Schädling nicht unterkriegen ließ. Schon bald eilte dem Uhudler jedoch ein schlechter Ruf voraus. Dem verheißungsvollen „Retter in der Not“ wurden später böse Eigenschaften zugeschrieben.
Nach dem darauffolgenden Verbot war es ein langer, steiniger Weg, bis die mittlerweile geschützte Marke wieder legal verkauft werden durfte. Vorher musste sich das Parlament in Wien mit dem „Heckenklescher“ befassen, grünes Licht gab es erst Anfang der 1990er-Jahre.
Samarel statt Uhudler
Direktträger-Reben prägen bis in die Gegenwart spezielle Regionen diesseits und jenseits von Staatsgrenzen mitten in Europa. Eine enge Verbindung besteht mit der slowakischen 1170-Einwohner-Gemeinde Sebechleby und ihrem historischen Kellerviertel Stará Hora. Ähnlich zum Uhudler wird dort der sogenannte Samarel erzeugt.
Auf Einladung von Bürgermeisterin Terézia Krnáčová stattete eine 29-köpfige Delegation aus dem Unteren Pinka- und Stremtal dem idyllischen Ort im Nachbarland einen Besuch ab – eine willkommene Verschnaufpause in der Kapelle des Weingutes Vino Lauko 16 Meter unter der Erde inbegriffen. „Die herzliche Verbundenheit zwischen unseren Weinbaugebieten liegt einfach auf der Hand“, waren sich alle Gäste einig.
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