Eine Spur in Salzburger Patienten-Daten lieferte Ärzten einen komplett neuen Ansatz. Sie fanden heraus, dass Harnsäure nicht nur Gicht auslösen kann, sondern auch für die Herzgesundheit eine wichtige Rolle spielt.
In der Paracelsus-Studie werden Salzburger zur Untersuchung in mehreren Intervallen gebeten. Genau sind es 10.044 Patienten, die eine enorme Datenmenge liefern. Die Ergebnisse daraus sollen die medizinische Vorsorge in unserer Region insgesamt verbessern. Die Österreicher werden zu früh krank: Während die ältere Generation in Nordeuropa noch 12 bis 14 Jahre lang gesund lebt, sind es bei uns nur 8 Jahre.
Alarmierend: Unsere Fitness lässt zu wünschen übrig. Nur 40 Prozent der untersuchten Salzburger gaben an, dass sie sich mindestens 150 Minuten pro Woche in 10-Minuten-Einheiten bewegen. Insgesamt sind wir weniger fit als die Norm in Deutschland.
Unsere Daten aus der Salzburger Paracelsus-10.000-Studie zeigen, dass erhöhte Harnsäure ein Marker für die Verkalkung der Herzkranzgefäße ist.

Studienautor Bernhard Wernly
Bild: Salk/Paracelsusstudie
Jetzt machten die „Paracelsus-Forscher“ aus Salzburg eine interessante Entdeckung: „Erhöhte Harnsäurewerte im Blut hängen eng mit einer stärkeren Verkalkung der Herzkranzgefäße zusammen“, informiert das Team rund um Erstautor Mathias Ausserwinkler und Leiter Bernhard Wernly. Damit kommt neben Cholesterin oder Bluthochdruck ein weiterer Hinweis dazu.
Wichtig: Der Wert, der für eine erhöhte Kristallbildung in den Gelenken sorgen kann und von der Gicht bekannt ist, kann im Labor einfach bestimmt werden. Herzpatienten erspart das einen späteren Leidensweg.
Studie geht im Frühjahr 2027 in nächste Runde
Die Arbeit aus Salzburg wurde gerade in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht und zählt dort zu den meistheruntergeladenen Artikeln überhaupt.
Mit der Paracelsus-10.000-Studie geht es im kommenden Jahr in die dritte Runde, wo Einflussfaktoren auf ein möglichst langes, gesundes Leben unter die Lupe genommen werden. „Wir begleiten sie ein Leben lang“, so Projektkoordinatorin Andrea Bito.
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