Seit Vorjahr unterwegs

Teil von Musks Rakete könnte auf Mond aufschlagen

Wissen
20.07.2026 11:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Teil einer SpaceX-Rakete könnte laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im August ungeplant auf dem Mond aufschlagen. Dabei handelt es sich um die Oberstufe der Rakete „Falcon 9“, mit der im Jänner 2025 zwei Lander zum Mond gestartet waren.

Laut Berechnungen wird der Aufschlag am 5. August sein. „Ich denke, er wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich“, sagte William Cooke, ein Manager der US-Raumfahrtbehörde NASA. Einige Tage vor und einige Tage nach dem erwarteten Aufschlag solle die NASA-Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ über die erwartete Einschlagstelle fliegen. Das könne mehr Informationen zu dem Ereignis liefern. Am 15. Jänner 2025 waren mit der „Falcon 9“-Rakete die Mondlander „Blue Ghost“ des US-Unternehmens Firefly Aerospace und „Resilience“ des japanischen Start-Ups ispace gestartet.

SpaceX, das von Elon Musk gegründet wurde, äußerte sich zunächst nicht dazu. Vor etwa vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekannt geworden. Damals gingen NASA-Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler davon aus, dass es sich um einen Teil einer alten chinesischen Rakete handelte, wahrscheinlich der Trägerrakete der „Chang‘e 5-T1“-Mission, die 2014 von der Erde aus ins All geschossen worden war. Auch in diesem Fall kam eine Sonde zum Einsatz. Chinas Regierung wies die Berichte zurück.

Vorbereitung des Starship-Testflugs, der letztendlich scheiterte
Vorbereitung des Starship-Testflugs, der letztendlich scheiterte(Bild: AP/Eric Gay)
Starlink-Mission 2026
Starlink-Mission 2026(Bild: EPA/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH)

Einschläge zu Forschungszwecken
Geplante Einschläge zu Forschungszwecken hat es in der Vergangenheit auf dem Mond mehrfach gegeben. Dabei entsteht üblicherweise ein Krater, da der Mond im Gegensatz zur Erde keine Atmosphäre hat, die ihn vor Einschlägen kleinerer Brocken schützt. Bei früheren NASA-Missionen wurde die Erschütterung des Bodens nach Einschlägen gemessen, um Schlüsse über die Eigenschaften der Mondkruste zu ziehen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Auswurfwolke geochemisch erfasst. Auswirkungen auf den Mondboden haben auch kosmische Strahlung, Sonnenwind und eingeschlagene Mikrometeoriten.

Wie berichtet, ist vor wenigen Tagen ein geplanter Testflug des größten jemals gebauten Raketensystems in den USA abgebrochen worden. SpaceX peilt nun den kommenden Donnerstag für den nächsten Versuch, das Raketensystem ins Weltall fliegen zu lassen, an. Startverzögerungen sind bei dem Programm, das für seine riskante und kapitalintensive Entwicklungsphilosophie bekannt ist, nicht ungewöhnlich. „Wenn man das große Ganze betrachtet, sind wir am Anfang eines jahrzehntelangen Infrastrukturzyklus und Starship ist das Herzstück“, sagte Chad Anderson, Geschäftsführer von Space Capital und SpaceX-Investor.

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