Die Inflation in Österreich ist im Juni auf 3,2 Prozent gefallen. Damit lag sie aber über dem Wert der Eurozone (2,8 Prozent). Zudem rechnet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) nicht mit einer langfristigen Entspannung. Schon im Juni dürfte die Inflation wieder steigen.
„Im Juli werden wir aus Treibstoffen und Mineralölprodukten höhere Inflationsbeiträge bekommen“, sagte Wifo-Ökonom Josef Baumgartner am Freitag. Zuletzt lagen die Preise für Diesel wieder über 1,90 Euro je Liter und damit über dem Niveau vom Vormonat. Wie berichtet, hatte der geringere Preisauftrieb bei Treibstoffen und Heizöl den Preisdruck im Juni noch reduziert.
Bei den Spritpreisen rechnet Baumgartner damit, dass die im März erreichten 2,25 Euro je Liter die Obergrenze waren. „Sollte der Krieg aber weiter eskalieren und nachhaltig die Ölversorgung beeinträchtigen, dann kann es auch noch weiter nach oben gehen“, sagte er. Auch die Entwicklung der Inflation hänge vor allem davon ab, wie der Krieg im Iran weitergehe, ob erneut Friedensverhandlungen geführt würden und ob dann ein nachhaltiger Frieden zustande komme. Entscheidend sei auch, wie viel der Öl- und Gasinfrastruktur in der Region bei Angriffen zerstört werde.
Andere Ölproduzenten werden wohl einspringen
Der Wifo-Ökonom erwartet, dass andere Ölproduzenten mittel- bis längerfristig einspringen werden, um einen Ausfall aus dem Nahen Osten zu dämpfen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Ölproduktion bereits ausgeweitet, auch aus Venezuela steht noch Öl zur Verfügung, das auf den Weltmarkt kommen könnte. Bei den Transportmöglichkeiten gebe es ebenfalls Alternativen zur umkämpften Straße von Hormuz, sagte Baumgartner. Als Beispiel führte er die Ost-West-Pipeline vom Persischen Golf zum Roten Meer an.
Erdgas kommt hierzulande vor allem aus Norwegen, dem Vereinigten Königreich und den USA. Bei Öl wurde die Beschaffung laut Wirtschaftsministerium in den vergangenen Monaten diversifiziert. 45 Prozent kommen aus Kasachstan, weitere Anteile aus den USA und Guyana. Bei Diesel importiert Österreich vor allem aus Deutschland.
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