Nach US-Vorbild

Israel will Krokodile in Gefängnissen einsetzen

Ausland
17.07.2026 14:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Israels Umweltministerin Idit Silman hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert und diese zu „gezüchteten Wildtieren“ erklärt. Dies soll den Einsatz der Reptilien in Wassergräben rund um ein Gefängnis mit palästinensischen Sicherheitshäftlingen ermöglichen.

Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir hatte zuvor ein Gefängnis nach dem Vorbild des US-amerikanischen „Alligator-Alcatraz“ gefordert. Das US-Abschiebegefängnis in den Everglades-Sümpfen erhielt den Namen in Anspielung auf das frühere Alcatraz-Gefängnis auf einer Insel vor San Francisco. US-Präsident Donald Trump hatte die Haftanstalt in seiner Wahlheimat Florida im vergangenen Juli besucht und die harschen Bedingungen in dem von Alligatoren wimmelnden Sumpfgebiet gelobt.

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist nach derzeitigem Stand offen.
Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist nach derzeitigem Stand offen.(Bild: Stu Porter Photography stock.adobe)

In Israel sollen nun mit Änderung des rechtlichen Status der Nilkrokodile Sicherheitsbehörden grundsätzlich eine Genehmigung für die Haltung der Tiere bekommen können. Andere Krokodilarten hatten diese Einstufung zuvor erhalten, um eine kommerzielle Zucht wegen ihrer Häute zu ermöglichen. Betroffen sein könnte etwa das große Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste. Dort sind den Angaben zufolge unter anderem palästinensische Sicherheitshäftlinge sowie während des Gaza-Kriegs festgenommene Palästinenser inhaftiert.

Es weht heftiger Gegenwind
Der Rechtsberater des Ministeriums und die israelische Natur- und Parkbehörde hatten den Berichten zufolge die Ministerin vor dem Schritt gewarnt. Laut Behörde dürfen solche Wildtiere nur zu Bildungs-, Forschungs- und Aufklärungszwecken gehalten werden. In der Vergangenheit habe die Zucht von Krokodilen zu zahlreichen Problemen geführt – darunter Vorfälle, bei denen Krokodile in die Wildnis entkamen, sowie Gefahren für Menschenleben, hieß es weiter.

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