Sank auf 3,2 Prozent

Inflation im Juni: Preisdruck lässt endlich nach

Wirtschaft
17.07.2026 09:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Inflation in Österreich ist im Juni laut Daten der Statistik Austria auf 3,2 Prozent gefallen. Im Mai war die Teuerungsrate noch bei 3,7 Prozent gelegen. 

Die Schnellschätzung für Juni wurde damit bestätigt. „Ausschlaggebend für den nachlassenden Preisdruck war der deutlich geringere Preisauftrieb bei Treibstoffen und Heizöl“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich weniger stark.

Insgesamt blieb der Verkehr (plus 6,5 Prozent) zwar der stärkste Preistreiber der Inflation im Juni, bei Treibstoffen ließ die Teuerung allerdings deutlich nach: Im Juni stiegen die Treibstoffpreise nur noch um 16,3 Prozent, nachdem sie im Mai noch um 26,5 Prozent zugelegt hatten. Flugticketpreise setzten dagegen ihren Anstieg fort und wurden im Juni um 22,4 Prozent teurer. Im Mai lag das Plus bei 13,8 Prozent.

Das Liniendiagramm und Balkendiagramm zeigen die Inflation in Österreich von Dezember 2024 bis Juni 2026 und die Preisentwicklung ausgewählter Bereiche im Juni 2026. Die Inflationsrate liegt im Juni 2026 bei 3,2 %. Treibstoffe steigen mit 16,3 % am stärksten, Gastronomie und Hotels mit 4,5 %, Wohnen, Wasser und Energie mit 3,0 % und Lebensmittel ohne Alkohol mit 1,3 %. Quelle: Statistik Austria.

Weniger Preisdruck bei Heizöl, Strom wurde billiger
Bei Heizöl ließ der Preisdruck spürbar nach, im Juni erhöhten sich die Preise um 32,6 Prozent, nach plus 53,7 Prozent im Mai. Das half auch den Preisen für Haushaltsenergie, die insgesamt um 0,4 Prozent zurückgingen. Vor allem Strom war im Juni ein Inflationsdämpfer, die Preise gingen um 10,2 Prozent zurück. Die ab Jänner 2026 wirksamen Reduzierungen der Elektrizitätsabgabe sowie des Erneuerbaren-Förderbeitrags würden hier weiterhin preisdämpfend wirken, schrieb die Statistik Austria. Auch die Einführung eines Sozialtarifs für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte sowie die Einführung des Sommer-Netztarifs, der bis Ende September ein über die Mittagszeit reduziertes Netzentgelt vorsieht, hatten zusätzliche preisdämpfende Effekte.

  Gas wurde indessen um 4,6 Prozent teurer, Fernwärme um 1,9 Prozent und feste Brennstoffe um 11,1 Prozent. Insgesamt verteuerten sich die Preise im Bereich Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe um 3,0 Prozent.

Dienstleistungen überdurchschnittlich verteuert
Überdurchschnittlich stiegen im Juni die Preise für Dienstleistungen. So wurden Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen im Juni um 4,5 Prozent teurer. Die Preise für stationäre Gesundheitsdienstleistungen legten um 4,9 Prozent zu, jene für ambulante Gesundheitsdienstleistungen erhöhten sich um 7,4 Prozent.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 1,3 Prozent und damit weniger stark als im Mai (2,2 Prozent). Fleisch wurde um 2,6 Prozent teurer, Getreide- und Getreideerzeugnisse um 2,2 Prozent, Obst um 2,9 Prozent und Milch und Eier um 1,5 Prozent. Alkoholfreie Getränke verbilligten sich um 0,3 Prozent – geholfen haben hier gesunkene Kaffeepreise (minus 0,5 Prozent).

Preise für täglichen Einkauf stabil
Die Preise für den täglichen Einkauf, die durch den Mikrowarenkorb abgebildet werden, sind im Juni im Jahresabstand stabil geblieben. Der Mikrowarenkorb enthält vor allem Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus. Dagegen stieg das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Der auf europäischer Ebene harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Juni bei 3,2 Prozent.

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