Bei KMU in Österreich

Fast jede zweite Firma braucht Nachfolger bis 2030

Wirtschaft
17.07.2026 09:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Knapp jeder zweite kleine oder mittlere Betrieb braucht bis 2030 eine Nachfolgelösung. Das geht aus einer Umfrage des Gläubigerschützers Creditreform und des Beratungsunternehmens CH Consult unter 1400 Unternehmen hervor. Betroffen sind vor allem Firmen in Oberösterreich und Salzburg.

Dort steht bereits mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen vor einer Übergabe. Der Bedarf zieht sich laut der Umfrage quer durch Branchen wie Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen. Vier von zehn (40 Prozent) planen demnach eine familienexterne Übergabe, etwa durch das eigene Management oder durch einen Verkauf an Investorinnen und Investoren. Die klassische Übergabe an die nächste Generation in der Familie wird hingegen zunehmend seltener. Dort, wo sie noch durchgeführt wird, gibt es in 80 Prozent der Fälle keine finanzielle Gegenleistung.

„Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge entscheidet nicht nur über die Zukunft einzelner Betriebe. Sie sichert Arbeitsplätze, erhält Know-how und stärkt regionale Wirtschaftsstrukturen. Jede gescheiterte Nachfolge bedeutet den Verlust von Wertschöpfung und unternehmerischer Substanz“, sagte Gerhard M. Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform Österreich. Laut Prognosen der KMU Forschung Austria und der Wirtschaftskammer Österreich werden bis 2029 ungefähr 51.000 Betriebe eine Nachfolgelösung benötigen. Davon hängen insgesamt etwa 690.000 Arbeitsplätze ab.

Mehr potenzielle Käufer
Positiv ist laut der Studie, dass die Zahl der potenziellen Käuferinnen und Käufer zunimmt. 34 Prozent der befragten Unternehmen sagten, dass sie sich vorstellen könnten, einen anderen Betrieb zu übernehmen. „Nach Einschätzung von Creditreform wird dadurch der Markt für Unternehmensübernahmen in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen“, heißt es in einer Aussendung.

„Viele Unternehmer unterschätzen den zeitlichen Vorlauf einer erfolgreichen Nachfolge. Wer erst kurz vor dem Ausstieg mit der Planung beginnt, schränkt seine Handlungsmöglichkeiten deutlich ein. Eine professionelle Vorbereitung und Begleitung des Nachfolgeprozesses erhöht die Erfolgschancen erheblich“, gibt Weinhofer zu bedenken.

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