90 Prozent niedrig

Grundwasserpegel in Österreich sinken weiter

Österreich
17.07.2026 12:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die massive Trockenheit der vergangenen Wochen und die unergiebigen Regenfälle haben weiterhin an Österreichs Grundwasserpegeln gezehrt. 90 Prozent sind derzeit niedrig bzw. sehr niedrig. Auf die großflächige Versorgung der Bevölkerung mit Wasser hat das aber keine Auswirkungen, will man beim Umweltministerium beruhigen. Engpässe können aber auftreten – und vor allem regional muss mit Einschränkungen gerechnet werden.

„Die Situation ist angespannt, und zu Spitzenzeiten, also wenn gleichzeitig besonders viel Wasser entnommen wird, können Engpässe auftreten. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser hat oberste Priorität“, so das Umweltministerium.

Hier kommt Österreichs Wasser her

  • Österreich zählt zu den wasserreichsten Ländern Europas. Das Trinkwasser stammt ausschließlich aus Grund- und Quellwasser – rund 55 Prozent aus Grundwasserbrunnen und 45 Prozent aus Quellen.
  • Wie nach Angaben des Umweltministeriums hervorgeht, werden etwa 93 Prozent der Bevölkerung von öffentlichen Wasserversorgern beliefert, die übrigen rund sieben Prozent über eigene Hausbrunnen oder Quellen.
  • Die nachhaltig verfügbare Grundwasserressource in Österreich beträgt laut der Studie „Wasserschatz Österreichs“ rund 5,1 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Für die öffentliche Wasserversorgung werden derzeit lediglich rund 753 Millionen Kubikmeter jährlich benötigt. Gleichzeitig zeigen die Berechnungen aber, dass der Klimawandel diesen Spielraum verkleinern dürfte.
  • Die öffentliche Trinkwasserversorgung wird in Österreich überwiegend von Gemeinden und Gemeindeverbänden organisiert. Sie betreiben die Wasserleitungen, Brunnen, Quellen und Speicheranlagen und sorgen für die Versorgung der Bevölkerung.
Die Pegelstände in Österreich sinken immer weiter.
Die Pegelstände in Österreich sinken immer weiter.(Bild: Attila Molnar)

Kommt es regional zu Versorgungsengpässen, verfügen zunächst die Gemeinden über die wichtigsten Instrumente. Auf Grundlage ihrer Wasserleitungsordnungen können sie den Wasserverbrauch einschränken oder bestimmte Nutzungen untersagen, wenn dies zur Sicherung der Trinkwasserversorgung erforderlich ist.

Das Balkendiagramm zeigt die Grundwasserstände in den österreichischen Bundesländern im Juli 2026. Insgesamt sind 46 % der Messstellen sehr niedrig, 44 % niedrig, und nur wenige weisen mittlere oder hohe Werte auf. Salzburg und Vorarlberg haben besonders viele sehr niedrige Grundwasserstände. Quelle: ehyd.gv.at/APA.

Verbrauchsspitzen senken
In der Praxis betrifft dies meist zunächst nicht notwendige Wasserverwendungen wie Gartenbewässerung oder das Befüllen von Swimmingpools. Ziel solcher Maßnahmen ist es, Verbrauchsspitzen zu senken und ausreichend Wasser für den Haus- und Wirtschaftsbedarf bereitzustellen.

Für außergewöhnliche Situationen enthält das Wasserrechtsgesetz zusätzliche Bestimmungen. Die Bezirksverwaltungsbehörde kann demnach bei einem vorübergehenden, dringenden Wassermangel Maßnahmen anordnen, um den notwendigen Haus- und Wirtschaftsbedarf der Bevölkerung sicherzustellen.

Besonders regional drohen Engpässe

  • Nach Einschätzung des Bundes werden die Herausforderungen künftig vor allem regional auftreten.
  • Niedrige Grundwasserstände führen aber nicht automatisch dazu, dass kein Trinkwasser mehr zur Verfügung steht. Sie bedeuten zunächst, dass Brunnen und Quellen weniger Wasser liefern können als üblich.
  • Kleinere Versorgungssysteme sind anfälliger. Besonders Gemeinden mit nur wenigen Brunnen oder Quellen sowie private Hausbrunnen können bei längeren Trockenperioden früher betroffen sein.
  • Trockenperioden fallen regelmäßig mit einem steigenden Wasserverbrauch zusammen. Gartenbewässerung, Poolbefüllungen oder andere Nutzungen erhöhen an heißen Tagen den Bedarf erheblich. 

Ausbau des Leitungsnetzes
„In Österreich können wir kristallklares Trinkwasser direkt aus der Leitung trinken. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP). Österreich investiere seit Jahrzehnten konsequent in Brunnen, Quellfassungen und den Ausbau des Leitungsnetzes. Darüber hinaus stelle das Umweltministerium mit dem „Trinkwassersicherungsplan“ sicher, dass Österreich auch in herausfordernden Situationen zuverlässig mit Trinkwasser versorgt werden kann.

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